Schloss Neuenburg, Mittelalterliche Burg in Freyburg, Deutschland
Schloss Neuenburg liegt auf einem Sporn über dem Ostufer der Unstrut; seine Bauten aus hellem Muschelkalk und weißem Putz gruppieren sich um einen unregelmäßigen Hof. Ein langer Flügel mit rotem Dach und zwei Türmen steht hinter weißen Mauern, und ein runder Steinturm mit spitzem Dach erhebt sich neben einem niedrigen runden Fundament. Die Anlage teilt sich in eine Kernburg mit Schlossbau und Küchenmeisterei und eine ältere Vorburg, die von Galerieflügeln umrahmt wird.
Ludwig der Springer gründete die Burg um 1090, nachdem er durch seine Heirat mit Adelheid, der Witwe des Pfalzgrafen Friedrich III. von Goseck, Ländereien bei Freyburg erworben hatte. Sie wurde zur größten Burg der Landgrafen von Thüringen und beherbergte Kaiser Friedrich Barbarossa und die heilige Elisabeth von Thüringen. Nach dem Aussterben der Ludowinger 1247 übernahmen die Wettiner; Herzog August von Sachsen ließ sie Mitte des 16. Jahrhunderts zum Jagdschloss umbauen, und von 1656 bis 1746 diente sie als Nebenresidenz der Herzöge von Sachsen-Weißenfels.
Der Name Neuenburg bedeutet schlicht „neue Burg“; mittelalterliche Urkunden nennen sie castrum Nuwenburg und Novum Castrum. Seit 1990 dient die Anlage als Museum und für gastronomische Einrichtungen; als besonderes Baudenkmal gilt die um 1180 errichtete Doppelkapelle, eine Station der Straße der Romanik.
Die Burg ist in den Sommermonaten besuchbar und liegt auf einem Hügel, den man zu Fuß von der Stadt aus erreicht. Besucher sollten festes Schuhwerk mitbringen, da der Aufstieg steil ist und die alten Treppen in den Gebäuden schmal wirken.
Um 1185 vollendete der Dichter Heinrich von Veldeke auf der Neuenburg seinen Eneasroman, eine deutsche Bearbeitung des französischen Roman d'Eneas. Damit war die Burg in denselben Jahrzehnten Ort literarischer Arbeit, in denen um 1180 die Doppelkapelle entstand.
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