Burg Rettenberg, Burgruine und archäologische Stätte in Rettenberg, Bayern, Deutschland
Die Burg Rettenberg, auch Vorderburg genannt, ist eine Ruine einer Turmburg auf einem annähernd quadratischen Felskopf von etwa 30 × 30 Metern am nördlichen Gratende des Rottachberges auf rund 1020 Metern Höhe, etwa 300 Höhenmeter über dem Illertal. Erhalten sind nur die Süd- und Westwand: Die fensterlose Südwand ist etwa 18 Meter lang, die Westwand etwa 9 Meter mit Fensteröffnungen, und die Mauerreste ragen noch bis zu 9 Meter hoch auf.
Das Bauwerk wurde 1130 erstmals erwähnt, damals unter dem Namen Adelprecht de Rotinberch. Im Jahr 1350 wechselte es von den Herren von Rettenberg zum Besitz des Bistums Augsburg.
Die Burg gab den Herren von Rettenberg ihren Namen, die die Vogtei über mehrere Klöster des Oberallgäus innehatten. 1525 schlossen sich die Bauern der Pflege Rettenberg dem Allgäuer Bund an, und das Pulver der Aufständischen stammte unter anderem aus der Burg. Nach der Niederlage bei Leubas lagerte der Schwäbische Bund die Waffen der Geschlagenen in den Burgen Rettenberg und Fluhenstein ein.
Der Ort liegt etwa 600 Meter nordwestlich des Dorfes Großdorf und ist leicht zu finden. Seit 2013 ist die Stätte aus Sicherheitsgründen geschlossen, da Steinschlag vom Bauwerk drohen kann.
Die Ruine wurde nie in den Katalog der Burgenregion Allgäu aufgenommen, und anders als die unterhalb in einer Illerschleife gelegene Burg Langenegg, die Ende des 20. Jahrhunderts gesichert wurde, sind auf Rettenberg keine Sanierungsmaßnahmen zu erkennen. Von einer der ältesten Turmburgen des Allgäus zeugen nur noch zwei hohe, stark substanzgefährdete Mauerzüge.
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