Burg Gieselwerder, Mittelalterliche Burgruine in Gieselwerder, Deutschland
Burg Gieselwerder ist eine mittelalterliche Burgruine am westlichen Ufer der Weser in Gieselwerder. Die erhaltenen Fundamente und Mauerreste zeigen die ursprüngliche Struktur einer Befestigungsanlage, deren Grundfläche etwa 40 mal 20 Meter umfasst.
Im 11. Jahrhundert stand auf der ehemaligen Weserinsel Gieselwerder eine kleine Wasserburg mit Herrenhaus, Bergfried und wenigen Nebengebäuden. Ab etwa 1231 gehörte sie dem Mainzer Bischof Siegfried III., der die Grafen von Dassel als Burgmannen einsetzte; 1257 verlor Mainz sie an den Welfen Albrecht den Großen. Bis 1538 diente sie den Herren von Werder als Amtssitz, danach verfiel der unbewohnte Ort.
Der Name Gieselwerder stammt von der früheren Weserinsel, auf der die Burg stand. Bis 1538 war die Burg Amtssitz der Herren von Werder; Gericht und Zolleinnahmestelle für Wasser- und Landzoll blieben bestehen, als der Amtssitz auf die Sababurg verlegt wurde. Seit 1967 dient das Fachwerkhaus an dieser Stelle der Gemeinde als Rathaus.
Die Anlage liegt in Gieselwerder, Gemeinde Wesertal, Landkreis Kassel in Hessen. Der nächste Bahnhof ist Hann. Münden, etwa 15 Kilometer entfernt; von dort bringt ein Bus oder Taxi in den Ort. Die Reste der Umfassungsmauer und das Fundament des Bergfrieds stehen an der ehemaligen Weserinsel, und das dort errichtete Fachwerk-Rathaus ist von außen zu sehen.
Bei Bauarbeiten an einer Brücke im Jahr 1899 stießen Arbeiter in der Weser auf Eichenplanken mit Eisenkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg. Diese Funde deuten darauf hin, dass die Burg eine Rolle in regionalen Konflikten dieser Zeit spielte.
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