Burgruine Sichelnstein, Burgruine in Staufenberg, Deutschland
Die Burg Sichelnstein ist eine Hangburg auf rund 325 m ü. NN, nördlich über dem Tal des Ingelheimbachs. Die erhaltene, sieben bis zehn Meter hohe Umfassungsmauer bildet einen nach Westen offenen Hufeisengrundriss; alle Innenmauern fehlen. Der Zugang liegt im Osten und führt durch eine Burgpforte in gotischer Spitzbogenform; Zugbrücke und Schlosstorzugang verschwanden vor über 100 Jahren.
Die Bauzeit der Burg ist nicht belegt; eine Schlacht bei Merseburg 933 nennt erstmals einen Wittilo von Sichelnstein, eine Gründung ist aber nicht bewiesen. 1372 ließ Herzog Otto der Quade die Burg neu befestigen und fiel von hier in Hessen ein; 1374 trat er sie mit dem Amt an Hessen ab. Danach wurde sie mehrfach verpfändet und wechselte die Besitzer; noch 1557 lieferten dreizehn Orte ihren Zinsfrucht an das Amt. Ihre Zerstörung ist nicht überliefert, vermutlich im Dreißigjährigen Krieg.
Die Namen Sichelnstein und Sensenstein, Sichel und Sense, verweisen auf die frühere braunschweigisch-hessische Grenze: Der Legende nach benannte Herzog Otto der Quade seine Burg spöttisch nach der Sichel, um die hessischen Getreideraubzüge zu verspotten, worauf Landgraf Hermann mit der größeren Sense antwortete. Zwei silberne Sicheln und eine Marmorsäule stehen noch heute in den Wappen von Sichelnstein und Staufenberg.
Das Gelände ist leicht zugänglich und eignet sich für eine Wanderung durch das Waldgebiet. Es empfiehlt sich, festes Schuhwerk zu tragen und die Wege zu respektieren, da einige Bereiche uneben sind.
Nach der Aufgabe der Burg wurden Steine aus den Mauern von Einwohnern der Umgebung zum Bau von Häusern wiederverwendet. Diese Praxis zeigt, wie die lokale Bevölkerung die verlassene Struktur in ihr eigenes Leben integrierte.
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