Burg Hornstein, Mittelalterliche Burgruine in Bingen, Deutschland
Die Ruine Hornstein ist die Ruine einer Höhenburg auf einem felsigen Sporn auf rund 630 m ü. NN oberhalb der Lauchert beim Bingener Ortsteil Hornstein im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Die Burg wurde 1244 erstmals erwähnt und um 1700 zu einem stattlichen Barockschloss umgebaut. Erhalten ist nur die Schlosskapelle, ein barockes Kleinod mit Schnitzereien von Franz Magnus Hops und einem 132 Zentimeter hohen Stuckalabastercorpus des Gekreuzigten von Joseph Anton Feuchtmayer. Eine Wendeltreppe führt zum Turmzimmer über der Kapelle.
Hornstein wurde 1244 erstmals erwähnt als Sitz der Herren von Hornstein, die schon im 11. Jahrhundert eine Burg im Ortsbereich besaßen. Um 1700 baute die Familie die Anlage zu einem stattlichen Barockschloss um und verkaufte sie 1787 an die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. 1818 richtete der Fürst dort eine Hohenzollernsche Zucht- und Besserungsanstalt ein, die Preußen ab 1850 fortführte und 1869 schloss. 1873 zum Abbruch verkauft, wurden die Gebäude abgebrochen; erhalten blieb nur die Schlosskapelle.
Die Schlosskapelle überstand den Abbruch von 1873 und wird im christlichen Jahreskreis weiter genutzt. In ihr befinden sich Schnitzereien von Franz Magnus Hops und im Stuckmarmor-Altar ein 132 Zentimeter hoher Stuckalabastercorpus des Gekreuzigten von Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770). Seit 1988 betreut der Förderverein Ruine Hornstein das Denkmal; zu seinen Veranstaltungen zählt die Belagerung, das größte Mittelalter-Spektakel im Landkreis, mit Rittern, Schwertkämpfern, Tänzern, Gauklern, Feuerschluckern und Marktständen.
Die Ruine ist öffentlich zugänglich; das Turmzimmer über der Kapelle ist seit 2003 über eine Wendeltreppe erreichbar. Erhalten ist nur die Schlosskapelle, der Besuch bleibt daher kurz und findet überwiegend im Freien statt. Die Anlage liegt auf einem Felssporn auf rund 630 m ü. NN oberhalb der Lauchert beim Bingener Ortsteil Hornstein.
Zwischen 1818 und 1869 wurde die Ruine als Besserungsanstalt und Gefängnis unter der Verwaltung von Hohenzollern-Sigmaringen und später des Preußischen Staates genutzt. Diese unerwartete Nutzungsgeschichte zeigt, wie Burgen im 19. Jahrhundert vollständig andere Rollen übernahmen.
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