Burg Ilow, Mittelalterliche Befestigung in Neuburg, Deutschland
Burg Ilow war eine Burganlage auf dem Wallberg, deren Überreste heute noch sichtbar sind, insbesondere in der südwestlichen Ecke des Geländes. Das Gelände erstreckt sich über mehrere Hektar und zeigt Spuren der früheren Befestigung sowie Funde aus archäologischen Ausgrabungen im nordöstlichen Bereich.
Die Burg Ilow war eine der Landesburgen der Obotriten und diente dem Schutz und als Herrschaftssitz der näheren Umgebung. Im Krieg Heinrichs des Löwen gegen den Obodritenfürsten Niklot wurde sie in Brand gesetzt und verlassen; Heinrich ließ sie 1164 als Grenzfestung wieder aufbauen. Niklots Sohn Pribislaw gelang die Rückeroberung zunächst nicht, doch 1166 erstürmten die Abodriten die Festung und brannten sie nieder; nach seiner Wiedereinsetzung baute Pribislaw sie wieder auf. Um 1298 wurde sie unter Fürst Heinrich von Mecklenburg noch einmal erwähnt und kurz danach aufgegeben, möglicherweise wegen des Neubaus der Burg Neuburg.
Der Name Ilow stammt vom slawischen Wort 'Ilu' ab, was Ton oder Schlamm bedeutet und auf die damalige Tongewinnung in der Gegend hindeutet. Diese Namensgebung zeigt, wie stark die landwirtschaftlichen und handwerklichen Tätigkeiten das Leben hier geprägt haben.
Das Gelände ist heute als Ackerland in Nutzung, mit einem Schild, das auf den früheren Burgstandort hinweist. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da das Terrain uneben ist und je nach Jahreszeit schlammig sein kann.
Die zweite Burg gleichen Namens, eine frühslawische Höhenburg, liegt 1,3 km östlich in einem Waldstück und heißt in der wissenschaftlichen Literatur Burg Ilow II. Die Hauptanlage auf dem Wallberg ist dagegen eine spätslawische Niederungsburg mit einer Fläche von etwa dreieinhalb Hektar.
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