Burgruine Granegg, Mittelalterliche Burgruine in Wißgoldingen, Deutschland.
Burg Granegg ist eine Burgruine auf dem Graneggle, einem 200 Meter langen, nach Westen ausgerichteten Sporn des Kalten Feldes auf 688 Metern Höhe. Die 60 mal 22 Meter große Anlage wird durch einen 4 Meter tiefen Halsgraben abgetrennt. Sichtbar sind die Grundmauern eines runden Bergfrieds mit 8,62 Metern Außendurchmesser, 3,62 Metern Innendurchmesser und 2,50 Metern Mauerstärke.
Die Bauzeit der Burg Granegg wird aufgrund der Buckelquader ins 13. Jahrhundert gelegt; genaue Baudaten, Erbauer und Besitzer sind unbekannt. Als mögliche Burgherren werden gelegentlich die Herren von Stoffeln aus dem nahen Weilerstoffel und die Herren vom Holtz genannt, Dienstmannen der Rechberger mit Gütern in Tannweiler, Wißgoldingen, Winzingen und im Christental, was jedoch bei beiden Geschlechtern unbewiesen ist. Ob die Burg zerstört oder verlassen wurde, ist unklar; mehrheitlich wird angenommen, dass sie nicht lange bestand und spätestens im 14. Jahrhundert verlassen war. Auf Balthasar Rieckers Pirschkarte von 1572 fehlt sie, und erst 1674 erwähnt der Schwäbisch Gmünder Chronist Friedrich Vogt die Ruinen.
Die Ruine trägt Spuren von Buckelquadersteinen in ihren Mauern, die zeigen, wie Handwerker im Mittelalter regional verfügbare Materialien nutzten. Dieser Baustil war damals in der Gegend verbreitet und prägt das Aussehen vieler Burgen in Württemberg.
Die Ruine liegt auf einer Höhe mit freiem Zugang, eignet sich aber besonders bei trockenem Wetter, da der Weg steil und teilweise rutschig sein kann. Festes Schuhwerk und etwas Ausdauer sind für den Aufstieg von Vorteil.
Die Lage auf dem Grat bot einen hervorragenden Aussichtspunkt zur Beobachtung des Christentals und der Handelswege, die durch diese Engstelle führten. Dies machte die Burg zu einem wichtigen Kontrollpunkt für den regionalen Verkehr.
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