Familiengräber von Eulau, Steinzeitliche Familiengräber in Naumburg, Deutschland
Die Familiengräber von Eulau sind Bestattungen von insgesamt 13 Personen - zwei Männer, drei Frauen und acht Kinder - die in vier Grabgruben gefunden wurden. Sie stammen aus der Schnurkeramikkultur und zeigen ungewöhnliche Anordnungen der Skelette, wobei mehrere Generationen einer Familie eng beieinander lagen.
Diese Gräber entstanden vor etwa 4400 Jahren während der Schnurkeramikkultur, einer indoeuropäischen Gesellschaft, die in dieser Region verbreitet war. Archäologische Untersuchungen zeigen Hinweise auf gewaltsame Todesfälle, was vermuten lässt, dass die Familie bei einer Konfrontation ums Leben kam.
Die Grabstätten zeigen, wie Menschen dieser Zeit ihre Verstorbenen mit persönlichen Gegenständen begruben: Werkzeuge, Schmuck aus Tierknochen und andere Dinge des Alltags. Diese Beigaben erzählen von den Rollen und Tätigkeiten, die Männer, Frauen und Kinder in der damaligen Gesellschaft hatten.
Drei der vier ursprünglichen Grabgruppen sind heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt, wo Besucher die Funde in einem klimatisierten Ausstellungsraum besichtigen können. Das Museum bietet Informationstafeln und ist gut zu erreichen, sodass man die archäologischen Funde komfortabel studieren kann.
Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Menschen einer der ältesten dokumentierten Kernfamilien der Archäologie angehörten, mit Eltern und Kindern, die zusammen bestattet wurden. Diese DNA-Analysen ermöglichten es Forschern, direkt die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Verstorbenen zu bestätigen.
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