Echelsbacher Brücke, Bogenbrücke in Rottenbuch, Deutschland
Die Echelsbacher Brücke ist eine 183 Meter lange Melan-Bogenbrücke über die Ammer zwischen Rottenbuch und Bad Bayersoien. Ihr Zweigelenkbogen hat 130 Meter Stützweite und 31,8 Meter Bogenstich, die Fahrbahn liegt 76 Meter über dem Talgrund. Die Konstruktion besteht aus zwei parallelen Tragebenen mit rechteckigen Hohlquerschnitten bei 4,5 Metern lichten Abstand.
Die Brücke wurde 1929 nach 422 Tagen Bauzeit fertiggestellt und kostete 900.000 Reichsmark; vorausgegangen war ein Wettbewerb von 1928, den Hochtief mit den Ingenieuren Streck und Zenns sowie dem Eisenwerk Kaiserslautern gewann. Angewandt wurde die Melan-Spangenberg-Bauweise, bei der ein Stahlgerüst mit Beton ummantelt wird. Am 27. April 1930 weihte Kardinal Michael von Faulhaber sie.
Die Brücke überquert die Ammer an einer Stelle, die mit der römischen Straßenstation „Coveliacas“ der Tabula Peutingeriana verbunden wird, rund 30 km von Partenkirchen entfernt. Seit dem 15. Jahrhundert war der Frachtverkehr auf dieser Route als „Rott“ organisiert; die Waren lagerten in „Ballenhäusern“, bis genügend Fuhrleute für die Weiterfahrt unter Geleit zusammenkamen.
Die Brücke wird täglich von Verkehr genutzt und bietet sichere Wege für Fußgänger an den Seiten. Beste Zeit zum Besuch ist während der Tageslichtstunden, wenn man die Konstruktion und die Aussicht auf das Amper-Tal gut erkennen kann.
Die beiden Stahlbögen wurden gleichzeitig von West und Ost aufgebaut, beim Bogenschluss lagen die Hälften nur zwei Zentimeter auseinander. Mit 130 Metern Stützweite war das Bauwerk damals die weitestgespannte Melan-Bogenbrücke der Welt. Die meisten der 87.000 Niete wurden direkt auf der Baustelle geschmiedet.
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