Frankendom, Romanische Pfarrkirche in Wölchingen, Deutschland
Der Frankendom, auch Evangelische Kirche Boxberg-Wölchingen genannt, ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit kreuzförmigem Grundriss: ein Querhaus vor dem Chor, drei fast quadratische Joche über Mittel- und Querschiff, je sechs halb so große Joche in den Seitenschiffen und eine runde Krypta unter der Chorapsis. Die Westfassade ist durch Lisenen gegliedert, ein Rundbogenfries mit Fratzen und Tiergestalten läuft am Giebel entlang.
Die Kirche wurde vermutlich zwischen 1220 und 1270 vom Johanniterorden erbaut, der 1192 Güter von Kraft von Boxberg erhalten hatte; urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1287. 1381 kam sie an die Ritter von Rosenberg, die 1559 in Boxberg die Reformation einführten. Der ursprünglich turmlose Bau erhielt 1878/79 seinen achteckigen Turm auf der Vierung.
Die Kirche ist als Radwegekirche ausgewiesen und heißt Radfahrer auf den Routen durch das Taubertal willkommen. Die Buntglasfenster von 1961 bis 1963 schuf Valentin Feuerstein aus Neckarsteinach; sie zeigen alt- und neutestamentliche Szenen, darunter eine Kreuzigungsdarstellung in der Chorapsis und Christus als Weltenherrscher in der Fensterrose.
Die Kirche befindet sich in Boxberg-Wölchingen und kann an den meisten Tagen besichtigt werden, wobei der Schlüssel bei der Pfarrgemeinde erhältlich ist. Es empfiehlt sich, vorab Kontakt mit der Gemeinde aufzunehmen, um Öffnungszeiten und Zugänglichkeit zu klären.
Die runde Krypta unter der Chorapsis wird von einer einzigen Mittelsäule mit achteckigem Kapitell getragen. Eine Wandnische diente vermutlich zur Aufbewahrung eines symbolischen Christuskörpers, worauf die Anlage als Heiliges Grab hindeutet. Die Kirche ist zudem als Radwegekirche ausgewiesen.
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