Schloss Bellinghoven, Wasserschloss bei Haffen, Rees, Deutschland.
Schloss Bellinghoven ist ein Wasserschloss sechs Kilometer südöstlich von Rees in einer ehemaligen Rheinschlinge, zwischen den Ortsteilen Haffen und Mehr. Ausgangspunkt war eine Motte: ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel mit hölzernem Turm, umgeben von Wassergraben und Palisade. Nach und nach ersetzten Steinbauten die Anlage; nach der Zerstörung von 1598 wurden die wichtigsten Partien schlossartig neu errichtet und im 17. Jahrhundert erneut verändert.
1325 wurde die Burg erstmals urkundlich genannt, als der Bauherr Dietrich von Bellinghoven sie Dietrich VII. von Kleve zu Lehen auftrug und sie damit zum Offenhaus der Grafen wurde. 1598 eroberten spanische Truppen die Anlage im dritten Anlauf, plünderten sie und ermordeten alle Bewohner; Konrad von Bernsau ließ die wichtigsten Gebäude anschließend schlossartig wieder aufbauen. 1788 kaufte der Prediger Johann Gottfried von Manger das Schloss und gab ihm im Wesentlichen seine heutige Gestalt.
Der Name Bellinghoven stammt vom Adelsgeschlecht, das 1206 mit Gerard von Bellinghoven erstmals erwähnt wird. Unter dem reformierten Besitzer Wilhelm von Bernsau durfte die örtliche evangelische Gemeinde alle 14 Tage Gottesdienst im Schloss halten; nach seinem Tod beendete sein katholischer Schwiegersohn diese Gepflogenheit. Seit 1983 betreibt der Caritasverband Oberhausen hier eine heilpädagogische Einrichtung für junge Erwachsene mit seelischer Beeinträchtigung; die Anlage ist nicht für Besucher geöffnet.
Das Schloss liegt am Rande von Rees und ist über die Bellinghovener Strasse erreichbar, wodurch eine einfache Anfahrt möglich ist. Besucher sollten beachten, dass das Anwesen heute als therapeutische Einrichtung genutzt wird und daher beim Besuch respektvoll mit dem Gelände umzugehen ist.
Bei den Umbauten von 1974 bis 1976 fand man im Schlosshof mittelalterliche Tonscherben und Knochenreste. Die Bergwerksgesellschaft Walsum hatte die Anlage dem Katholischen Jugendwerk in Duisburg-Hamborn überlassen, das sie 1974 kostenlos an den Verein „Die Brücke“ weitergab.
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