Schlesischer Busch, Öffentlicher Park in Alt-Treptow, Berlin, Deutschland
Der Schlesischer Busch ist ein öffentlicher Park von etwa 4,4 Hektar entlang des Landwehr-Kanals in Alt-Treptow mit Wegen durch naturbelassene Bereiche. Ein vierstöckiger Betonturm aus DDR-Zeiten steht als geschütztes Denkmal im Park und wurde 2004 restauriert.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Gelände außerhalb der Berliner Stadtgrenze und gehörte zur Cöllnischen Heide, einem Niederwald; ab 1823 ließ der Magistrat bis 1840 rund 3000 Morgen abholzen, nur wenige alte Eichen im Südosten des heutigen Parks blieben erhalten. Nach dem Mauerbau wurde im Juni 1974 ein Grenzstreifen angelegt und der Maschendrahtzaun durch eine Hinterlandmauer ersetzt. Ende der 1970er Jahre entstand die rund zehn Meter hohe Führungsstelle; sie steht seit 1992 unter Denkmalschutz und wurde am 9. November 2004, zum 15. Jahrestag des Mauerfalls, restauriert wiedereröffnet. Der 4,4 Hektar große Park wurde 1994 angelegt.
Drei Tage vor dem Ende der Grenzkontrollen am 1. Juli 1990 besetzte der Liedermacher Kalle Winkler den Turm und machte ihn zum „Museum für Verbotene Kunst“. Von 1990 bis 2000 zeigte der Verein Museum der Verbotenen Kunst e. V. dort in der DDR verbotene Werke; seit 2004 realisiert die Kunstfabrik am Flutgraben ortsspezifische Projekte und eine Dokumentation zum Grenzabschnitt.
Der Park ist frei zugänglich und bietet mehrere Eingänge von den nahegelegenen Bushaltestellen. Besucher sollten bequeme Schuhe tragen, da die Wege durch naturbelassenes Gelände führen und bei Regen matschig werden können.
Die eisernen Klappen an den Luken sollten dem Turm ein „wehrhaftes Aussehen“ verleihen; andere Quellen halten einen Einsatz zur Sicherung der sowjetisch-chinesischen Grenze für möglich. Der Turm ist einer von nur drei erhaltenen Wachtürmen der Berliner Mauer im Stadtgebiet.
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