Dulag Luft, Durchgangslager in Oberursel, Deutschland
Dulag Luft war ein deutsches Durchgangslager für Kriegsgefangene in Oberursel (Taunus), das sich auf die Aufnahme und Befragung abgeschossener alliierter Flieger spezialisiert hatte. Das Gelände umfasste Holzbaracken sowie einen Bereich mit Einzelzellen, in denen die Gefangenen während ihrer Verarbeitung untergebracht wurden.
Das Lager wurde 1939 eingerichtet und diente während des gesamten Zweiten Weltkriegs als zentrale Anlaufstelle für abgeschossene alliierte Flieger. Nach 1945 übernahmen die Vereinigten Staaten das Gelände und betrieben es bis 1993 als Camp King.
Im Auverhof-Gebäude, das heute noch steht, befragten deutsche Offiziere abgeschossene Flieger der Alliierten nach ihren Einheiten und Einsätzen. Die Verhörzellen sind teilweise erhalten und geben einen direkten Eindruck davon, wie diese Befragungen abliefen.
Das Gelände liegt in Oberursel und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Frankfurt erreichbar. Es empfiehlt sich, ausreichend Zeit einzuplanen, da das Freigelände und die erhaltenen Gebäude ausgedehnt sind und eine gründliche Besichtigung erfordern.
Das Lager setzte vor allem auf psychologische Methoden bei den Befragungen und verzichtete weitgehend auf körperlichen Zwang, was es von anderen Lagern des Zweiten Weltkriegs unterschied. Die deutschen Verhöroffiziere waren darauf trainiert, durch Gespräche und gezielte Informationen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, bevor sie ihre eigentlichen Fragen stellten.
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