Kloster Schiffenberg, Romanisches Kloster in Gießen, Deutschland
Das Kloster Schiffenberg ist eine ehemalige Klosteranlage auf dem Schiffenberg südöstlich von Gießen. Die von 1130 bis 1150 errichtete romanische Pfeilerbasilika war ursprünglich dreischiffig mit Querschiff und oktogonalem Vierungsturm; Ende des 12. Jahrhunderts kam ein überwölbter Westchor mit zwei Rundtürmen hinzu. Die Wände aus rauem grauem Stein sind von einer Reihe kleiner rundbogiger Fenster durchbrochen, das steile graue Schieferdach endet links in einem Rundturm mit Kegeldach.
Gräfin Clementia von Gleiberg, Witwe Konrads I. von Luxemburg, stiftete das Gelände 1129 dem Erzbistum Trier mit der Maßgabe, dort ein Kloster zu errichten; Erzbischof Meginher von Falmagne weihte die unfertige Anlage noch im selben Jahr. Augustiner-Chorherren aus Springiersbach bezogen sie, die Kirche entstand von 1130 bis 1150. 1323 hob Erzbischof Balduin von Trier das Chorherrenstift auf und übergab es dem Deutschen Orden, der es bis 1809 hielt.
Die Bedeutung des Namens Schiffenberg ist nicht gesichert: Die ältesten Belege lauten „Skephenburc“ (1129) und „Sefphenberch“ (1139), und es gibt mindestens sechs Deutungen, etwa „Burg der Schöffen“ oder eine Ableitung von „schief“. Im Sommer dienen Basilika und Hof dem Gießener Kultursommer und Gottesdiensten.
Die Anlage liegt auf dem 281 Meter hohen Schiffenberg am südöstlichen Rand des Gießener Stadtwalds, nahe dem Stadtteil Petersweiher und dem Pohlheimer Ortsteil Hausen. Der Zugang führt den Berg hinauf, dessen steile Süd-, Nord- und Westseite einst eine Umfassungsmauer schützte. Basilika und Hof dienen im Sommer dem Gießener Kultursommer und Gottesdiensten; wer teilnehmen will, sollte die Termine vorher prüfen.
Der Hügel unter dem Kloster bewahrt Spuren von Menschen aus der fernen Vergangenheit, lange bevor das Kloster selbst entstand. Diese archäologischen Schichten zeigen, wie dieser Ort über Jahrtausende hinweg von Menschen besiedelt wurde.
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