Stadtkirche Vegesack, Geschützte Kulturerbekirche in Vegesack, Deutschland
Die Stadtkirche Vegesack ist ein klassizistischer Saalbau, der von 1819 bis 1821 nach Plänen von Friedrich Wendt und Gerhard Tölken nach dem Vorbild der St.-Pauli-Kirche in der Bremer Neustadt errichtet wurde. Die rot-gelbe Vorhallenfassade zeigen vier Pilaster mit ionischen Kapitellen und einen Giebel mit dem Spruch „Ein Gott – Ein Christus – Eine Gemeinde“. 1832 wurde das Kirchenschiff um je zwei Fensterachsen erweitert und ein schlanker fünfgeschossiger Westturm angebaut.
Das Kirchengebäude wurde im 19. Jahrhundert errichtet und prägt seitdem das Bild des Viertels Vegesack als religiöses Zentrum. Seine Entstehung fällt in eine Zeit, als sich der Hafenort zu einem Stadtteil mit eigener Infrastruktur entwickelte.
Die Gemeinde ist eine unierte lutherisch-reformierte Kirchengemeinde, gegründet am 31. Oktober 1817, dem 300. Reformationsjubiläum, nach preußischem Vorbild. Im Inneren hat der Kanzelaltar die Form eines Tempels und trägt den Spruch „Einer ist Euer Meister, Christus, Ihr aber seid alle Brüder“. Neben der Mahagonikanzel hängt als Votivgabe ein Modell des Braker Vollschiffs Theodore, eine Seemannsarbeit um 1890.
Der Kirchenbesuch ist während der regulären Öffnungszeiten möglich, die an der Eingangstür angebracht sind. Besucher sollten beachten, dass aktive Gottesdienste Vorrang haben und die beste Zeit für Besichtigungen außerhalb dieser Zeiten liegt.
Der schlanke fünfgeschossige Westturm trug von 1847 bis 1851 eine Station des optischen Telegrafen. 2009 wurde der Dachboden nach Plänen von Frank Püffel zum Gemeindezentrum „Oberdeck“ ausgebaut, wofür Püffel Architekten eine Anerkennung im Bremer Denkmalpflegepreis 2010 erhielten.
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