Schulze-Delitzsch-Haus – Deutsches Genossenschaftsmuseum, Genossenschaftsmuseum in Delitzsch, Deutschland
Das Schulze-Delitzsch-Haus ist ein Museum in Delitzsch, das sich mit der Geschichte der Genossenschaftsbewegung in Deutschland befasst. Die Ausstellung zeigt durch Dokumente, Fotografien und Objekte, wie sich diese Organisationen von ihren Anfängen bis heute entwickelt haben.
1849 gründete Hermann Schulze-Delitzsch im Haus des Schuhmachermeisters Wilhelm Brendecke, dem heutigen Museumsgebäude, mit 57 Delitzscher Schuhmachern eine Schuhmacher-Assoziation; eine Tischler-Assoziation folgte, und damit entstand die erste gewerbliche Genossenschaft Deutschlands. Das fast 400 Jahre alte Fachwerkhaus verfiel seit Mitte des 20. Jahrhunderts und konnte erst nach der Wiedervereinigung gesichert und 1991/92 umfassend für die museale Nutzung saniert werden. Ein am 21. Januar 1998 gegründeter Förderverein verhinderte die Schließung wegen fehlender Finanzierung durch die Stadt, und im November 2010 wurde eine neugestaltete Ausstellung übergeben.
Das Gebäude trägt den Namen des Gründers Hermann Schulze-Delitzsch, dessen Ideen die Entstehung von Genossenschaften in Deutschland prägten. Besucher können sehen, wie diese Organisationen das alltägliche Leben von Handwerkern, Bauern und kleinen Unternehmern verändert haben.
Das Museum nutzt ein fast 400 Jahre altes ehemaliges Fachwerkhaus in der Kreuzgasse 10. Ein 2021 hergerichteter überdachter Innenhof dient Sonderausstellungen. Der neu gestaltete Versammlungsraum im Erdgeschoss kann auf Anfrage von Genossenschaftlern sowie Schüler- und Studentengruppen für Workshops oder Meetings genutzt werden. Eine Rundgangs-App ist herunterladbar.
Die Genossenschaftsbewegung, die von Schulze-Delitzsch begründet wurde, wurde 2016 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Diese Auszeichnung zeigt, dass die Ideen aus dieser kleinen Stadt weltweit Auswirkungen hatten.
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