Epprechtstein-Granit, Granitsteinbrüche in Kirchenlamitz, Deutschland
Der Epprechtstein-Granit ist ein gelber bis blassgelber, mittelkörniger Granit, der am 798 Meter hohen Epprechtstein zwei Kilometer westlich von Kirchenlamitz im nördlichen Fichtelgebirge gebrochen wird. Der Biotit-Muskovit-Granit ist ein Zweiglimmer-Granit aus dem Oberkarbon mit 33 Prozent Quarz, 37 Prozent Alkalifeldspat, 20 Prozent Plagioklas, 6 Prozent Biotit, 2 Prozent Muskovit und Chlorit sowie 2 Prozent Akzessorien. Die Mineralkörner sind 1,5 bis 1,6 mm groß; die hellgraue Farbe kommt vom Quarz, die weiße bis blassrosaweiße von den Feldspaten und die schwarze vom Biotit.
Blöcke aus Epprechtstein-Granit wurden für die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Epprechtstein verwendet, ohne systematischen Steinbruchbetrieb. 1724 erhielt ein Kirchenlamitzer Steinmetzmeister einen markgräflichen Lehensbrief; das bayerische Berggesetz von 1869 regelte den Abbau. Der Eisenbahnbau trieb die Granitindustrie voran: 1897 beschäftigten fünf Kirchenlamitzer Betriebe rund 450 Arbeiter.
Das Gestein prägt das Aussehen vieler Gebäude in der Region und wurde über Jahrhunderte für lokale Bauwerke verwendet. Menschen in der Gegend erkannten seine Beständigkeit und nutzten es für Häuser, die bis heute stehen.
Der Stein widersteht Frost und Salz gut, weshalb er sowohl innen als auch außen an Gebäuden verwendet werden kann. Besucher sollten wissen, dass das Gelände eine aktive oder ehemals aktive Abbaufläche ist und entsprechende Sicherheitsvorschriften gelten.
Sechs Steinbrüche sind auf einem Rundwanderweg am Epprechtstein zu besichtigen: Lenks-Bruch, Alberts-Bruch, Schoberts-Bruch, Geyers-Bruch, Blauer Bruch und Schloßbrunnen-Bruch. Im Jahr 2009 waren noch drei in Betrieb; die aufgelassenen sind größtenteils renaturiert.
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