Erdenburg, eisenzeitliche Wallburg in Moitzfeld, Bergisch Gladbach, Deutschland
Die Erdenburg ist eine eisenzeitliche Wallburg auf einem Bergrücken östlich von Bensberg im Stadtteil Moitzfeld von Bergisch Gladbach, im Naturschutzgebiet Hardt. Drei konzentrische Gräben von etwa zwei Metern Tiefe umschließen ein Oval von rund 230 mal 165 Metern; die Wälle waren in Kastenbauweise (Murus Gallicus) aus Holz und Erde errichtet. Das westliche Eingangstor ist belegt, die Wälle im Nordosten sind abgeflacht oder fehlen.
Die 1935 von Werner Buttler und Hans Schleif organisierten und von der Waffen-SS finanzierten Grabungen datierten die Erdenburg in die Spätlatènezeit und deuteten sie als germanische Anlage gegen Rom, obwohl sie im Gebiet der Ubier lag. 1968 datierte Hermann Schwabedissen Holzkohle vom Wallfuß per Radiokarbon auf 310 ± 80 v. Chr.; später soll er dies mündlich auf 90 ± 50 v. Chr. berichtigt haben. Die Wälle entstanden somit vor den römischen Auseinandersetzungen.
Die Erdenburg zeigt, wie Menschen hier vor über 2000 Jahren ihre Gemeinschaften schützten, indem sie Wälle und Gräben anlegten. Der Ort spiegelt das tägliche Sicherheitsdenken der damaligen Zeit wider und erklärt, warum solche Höhenlagen so wichtig waren.
Der Zugang erfolgt über markierte Wege vom Stadtzentrum Bergisch Gladbach aus, die auf das Gelände führen. Informationstafeln erklären die archäologischen Funde und die Bedeutung der Befestigung für damalige Völker.
Die Wälle wurden 1935 durch NS-Zwangsarbeiter und lokale Firmen künstlich wiederhergestellt, nachdem die Grube „Jungfrau“ den östlichen Ringwall zerstört hatte. Die von der Waffen-SS organisierte und finanzierte Grabung von 1935 diente dazu, die Anlage als germanische Verteidigung gegen Rom darzustellen, obwohl hier die mit Rom verbündeten Ubier lebten.
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