Schloss Ortenburg, Denkmalgeschütztes Schloss in Ortenburg, Deutschland
Schloss Ortenburg ist ein Renaissanceschloss in der niederbayerischen Gemeinde Ortenburg, das auf einem Hügel über dem Ort thront und einen zentralen Innenhof umschließt. Die Anlage verfügt über mehrere Räume mit originaler Ausstattung, darunter Holzdecken, historische Möbel und Sammlungen zur regionalen Geschichte.
Graf Joachim von Ortenburg ließ das Schloss ab 1562 errichten und schuf damit eine protestantische Enklave inmitten des katholischen Bayern. Das Grafengeschlecht der Ortenburger hatte die Region bereits seit dem Mittelalter dominiert, bevor das Schloss in seiner heutigen Form entstand.
Die Schlosskapelle, 1697 aus dem 1628 von Friedrich Casimir entworfenen Ahnensaal geschaffen, bewahrt eine prächtige Renaissance-Holzdecke aus bemaltem Ahornfurnier mit Kassetten und Familienwappen. Das Altarbild zeigt eine Kreuzabnahme. Auf dem ehemaligen Turnierplatz neben dem Schloss finden heute Ritterspiele und Konzerte statt.
Das Schloss ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich, daher lohnt es sich, vorher mit dem Museum Kontakt aufzunehmen, um einen Termin zu vereinbaren. Der Hügel, auf dem das Gebäude steht, erfordert etwas Gehvermögen, da der Zugang über einen ansteigenden Weg erfolgt.
Das Schloss liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Ortenburg, die als eine der letzten Reichsgrafschaften Bayerns eine direkte Unterstellung unter den Kaiser genoss und damit weitgehend unabhängig vom bayerischen Herzog war. Diese rechtliche Sonderstellung ermöglichte es dem Grafen, die Reformation im 16. Jahrhundert einzuführen, während das umliegende Bayern katholisch blieb.
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