Schwedenköpfe, Barocke Büste auf einem Dalben in der Wismarer Bucht, Deutschland
Der Schwedenkopf ist eine bemalte Herkulesbüste mit Löwenkappe auf einem Holzdalben in der Wismarer Bucht vor dem Stadtteil Wendorf, die die Hafeneinfahrt markiert. Das erhaltene barocke Original aus mehreren Schichten geschnitzter Eiche steht im Stadtgeschichtlichen Museum; Repliken befinden sich auf den Dalben und an anderen Stellen der Stadt.
Herkunft und Entstehungszeit der Schwedenköpfe sind unbekannt; lange nahm man an, sie stünden seit dem 17. Jahrhundert in der Hafeneinfahrt, doch auf historischen Abbildungen und in Reisebeschreibungen sind sie nicht nachweisbar. Im Herbst 1902 rammte ein finnischer Frachter die Dalben mit den Köpfen, im Mai 1903 brachte eine Eisengießerei Repliken aus Gusseisen an. Das erhaltene barocke Original aus mehreren Schichten beschnitzten Eichenholzes steht heute im Stadtgeschichtlichen Museum in Wismar, im Schabbellhaus.
Der Begriff „Schwedenkopf“ war um 1800 ein ganz alltägliches Wort, bezeichnete damals aber eine Kurzhaarfrisur, die als modern und aufgeklärt galt und den alten Zopf ablöste, wie Friedrich Techen 1925 feststellte. Die Büsten selbst sind bemalte Herkulesköpfe mit Löwenkappe, dem Attribut des Herakles seit der Erlegung des Nemëischen Löwen.
Die beiden Nachbildungen auf den Dalben an der Hafeneinfahrt sind vor allem von der Seebrücke im Stadtteil Wendorf aus zu sehen. Das barocke Original bewahrt das Stadtgeschichtliche Museum im Schabbellhaus auf. Zwei weitere Nachbildungen werden für diesen Standort als Reserve vorgehalten, weitere Exemplare stehen an verschiedenen Stellen der Stadt.
Das im Schabbellhaus aufbewahrte Original wurde mit CT- und Röntgenaufnahmen untersucht; es besteht aus mehreren Schichten beschnitzten Eichenholzes. Die vielen im Laufe der Zeit eingeschlagenen Nägel überstrahlten die Jahresringe, sodass das Holz nicht genau datiert werden konnte.
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