Telehaus, Ehemaliges Telegraphenamt in Mainz, Deutschland
Das Telehaus am Münsterplatz 2–6 ist ein 1928 bis 1930 nach Plänen von H. F. W. Kramer und Gottlob Schaupp errichteter Stahlbeton-Skelettbau, entstanden unter Verantwortung von Stadtbaurat Fritz Luft. Die winkelförmige, höhengestaffelte Baugruppe hat sechseinhalb und vier Geschosse, eine helle Edelputzfassade mit dunkel gestrichenen Fensterkreuzen sowie Muschelkalk- und Klingerverkleidungen im Erdgeschoss. Breite Nischen unter einem stilisierten Reichsadler trugen einst die Inschrift TELEGRAPHENAMT.
1813/14 bestand eine optische Telegrafenlinie von Metz nach Mainz, 1849 folgte eine österreichische Telegraphenanstalt, die 1853 wieder einging. Am 15. Oktober 1883 startete das Stadtfernsprechnetz mit 30 Teilnehmern. Nach einem Wettbewerb 1926 entstand 1928–1930 das Telegraphenamt nach Plänen von H. F. W. Kramer und Gottlob Schaupp; die Einweihung war am 7. Februar 1931 mit 2.000 Anschlüssen. Der Luftangriff vom 27. Februar 1945 brannte alle Stockwerke aus, bis 1950 war alles wiederhergestellt.
Im Volksmund heißt der ehemalige Telegraphenbau „Telehaus“. Der Name erinnert an die Nutzung als Telegraphen- und Fernsprechamt, das 1930 mit 2.000 Teilnehmeranschlüssen in Betrieb ging und am 7. Februar 1931 eingeweiht wurde. Heute nutzen die Deutsche Telekom mit einem Telekom-Shop sowie Ver.di das Gebäude.
Das Telehaus steht am Münsterplatz 2–6 auf der Südseite des Platzes an der Einmündung der Schillerstraße, gegenüber dem barocken Erthaler Hof. Die Eingangsfront liegt zum Platz; im Gebäude sitzen Einrichtungen der Deutschen Telekom, der ver.di und ein Telekom-Shop, sodass Besucher die Fassade und den Shop sehen, nicht die Büros.
Der Baugrund war aufgefülltes, teils mooriges Gelände mit säurehaltigem Grundwasser über einem trockengelegten Nebenarm des Rheins; deshalb ruht das Haus auf einer 5 bis 7 Meter tiefen Pfahlgründung aus Eisenbeton, die mit säurefesten Klinkern isoliert wurde. Die helle Edelputzfassade mit den dunkel gestrichenen Fensterkreuzen trägt außer Muschelkalk- und Klingerverkleidungen im Erdgeschoss keinen Architekturschmuck.
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