Scharfenburg, Mittelalterlicher Wehrturm in Ruhla, Deutschland.
Die Scharfenburg ist eine Burgruine auf dem kegelförmigen Scharfenberg über Thal. Ihr runder Bergfried mit 12 m Durchmesser und über 2 m dicken Mauern im Erdgeschoss wurde auf 20 m Höhe wiederaufgebaut und ist über eine außenliegende stählerne Wendeltreppe zugänglich. Darunter sind Reste von Ringmauern, Wallgraben und einem Torhaus mit gotischem Portal und dem Uetterodtschen Wappen erhalten.
Die Scharfenburg wurde am 13. September 1137 erstmals urkundlich erwähnt, als Hartung von Scharfenberg als Zeuge in einer Urkunde für das Brückenhospital zu Frauenbreitungen erscheint. 1260 besetzten hessische Truppen die Burg, danach wettinische Dienstadelige. Seit der Belagerung im Sächsischen Bruderkrieg 1446 lag sie weitgehend als Ruine, und die von Uetterodt erbauten stattdessen ein Amtshaus im Tal.
Der Bergfried birgt ein kleines Burgmuseum mit ausgewählten Kleinfunden und Schautafeln zur Burggeschichte; im Zentrum des Burghofes wurde eine kleine Bühne für Musikdarbietungen und Vorträge angelegt. Mehrmals im Jahr finden in den Mauern Kulturveranstaltungen statt, darunter das Burgfest im Juli, und eine 1997 errichtete Blockhütte dient der Bewirtschaftung der Ruine.
Der Hauptzugang ist ein schmaler Weg, der Am Rögis am Scharfenberg beginnt, etwa 75 m über dem Talgrund. Der Bergfried wird tagsüber über eine automatische Schließanlage geöffnet; von Mai bis September ist er von 9 bis 20 Uhr zugänglich, von Oktober bis April von 10 bis 16 Uhr. Eine außenliegende stählerne Wendeltreppe führt zur Aussichtsplattform.
Das Wappenschild der Familie von Uetterodt prangt noch immer am Eingangstor und erinnert an ihre lange Herrschaft vom 15. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert. Diese sichtbare Markierung zeigt, wie Adelsfamilien ihre Macht durch solche Symbole zur Schau stellten.
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