Nikolaikapelle, Kapellenruine in Mitte, Hannover, Deutschland
Die Nikolaikapelle ist eine dachlose gotische Ruine im hannoverschen Stadtteil Mitte, errichtet aus hellgrauen und beigefarbenen Steinblöcken. Zwei hohe Spitzbögen mit tiefen Profilierungen öffnen sich zu einem hohlen Innenraum, in dem an den Innenwänden roter Backstein sichtbar wird; darüber erhebt sich ein steiler Giebel mit einer kleinen rechteckigen Öffnung und einer kurzen Spitze. Rechts enthält ein niedrigerer Wandabschnitt ein einzelnes rechteckiges Fenster, und auf dem Gras davor steht eine dunkle, mit Figuren und einer unleserlichen Texttafel versehene Steinplatte.
Zwischen 1250 und 1284 vor den Mauern Hannovers als Leprosenkapelle des Nikolai-Stifts errichtet, wurde sie 1284 als „capella leprosorum extra muros“ urkundlich erwähnt. Um 1325 entstand der polygonale Chor mit dem frühesten bekannten Backsteinmauerwerk Hannovers. Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde die Kapelle 1953 für eine Straße weitgehend abgetragen; der Chor blieb als Denkmal stehen.
Der Name Nikolaikapelle ist erstmals 1323 als „capella sancti Nycolai“ überliefert; Bürgermeister Christian Ulrich Grupen vermutete später, die Weihe an Nikolaus von Myra, den Schutzheiligen der Schiffer, gehe auf deren nahen Stapelplatz an der Leine zurück. 1859 bis 1864 nutzte die neue Gemeinde der Nordstadt die Kapelle, bis am 21. September 1864 die von Conrad Wilhelm Hase erbaute Christuskirche eingeweiht wurde. Ab 1869 war sie an die Englische Gemeinde Hannovers vermietet, die den Ausbau mitfinanzierte.
Die Ruine steht im hannoverschen Stadtteil Mitte, im Bereich der Nordstadt am ehemaligen Steintor, am Südrand des Alten St.-Nikolai-Friedhofs nahe dem Klagesmarkt. Der Chor blieb 1953 als Denkmal stehen, als das Langhaus für eine Straße abgetragen wurde; die Reste liegen daher an der Fahrbahn statt in einem geschlossenen Bezirk. Die Epitaphe auf dem Rasen davor sind vom Weg aus lesbar.
Der Chorraum der Kapelle von 1325 gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk Hannovers. 1953 wurde die rund 700 Jahre alte Kapelle weitgehend abgerissen, um Platz für eine Straße zu schaffen; der Chor blieb als Denkmal stehen. Die Epitaphe an der Kapelle sind vor Ort erhalten.
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