St. Aegidien, Pfarrkirche in Heilbad Heiligenstadt, Deutschland.
Die St.-Aegidien-Kirche ist eine römisch-katholische Pseudobasilika in Heilbad Heiligenstadt im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie trägt das Patrozinium des heiligen Aegidius und ist Filialkirche der Pfarrei St. Marien im Bistum Erfurt. Das Mittelschiff ist holzgedeckt, die Seitenschiffe sind gewölbt; die Außenmauern neigen sich wegen unzureichender Gründung nach außen.
Die Neustadt südlich der Altstadt entstand zwischen 1223 und 1227, ihre Kirche St. Aegidien war zunächst ein Fachwerkbau. Dieser brannte 1333 ab; der Neubau aus Sandstein war bis 1370 vollendet, zunächst ohne Türme. Die beiden auf dem Stadtplan von 1655 dargestellten Türme wurden 1748 wegen Auswölbung abgerissen, der heutige Südturm erst 1851 wieder aufgebaut.
Im Volksmund heißt St. Aegidien Neustädter Kirche, nach der zwischen 1223 und 1227 südlich der Altstadt gegründeten Neustadt. In der Kirche ruhen die Gebeine des Mainzer Bischofs Aureus und seines Diakons Justinus, der Stadtpatrone, seit ihrer Überführung nach 1800 im Zelebrationsaltar. Der barocke Hochaltar von 1689 bis 1691 stand bis zur Vertreibung der Gemeinde 1938 in der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg und kam 1944 hierher.
Das Gebaeude ist an Wochentagen durch den Haupteingang zugaenglich, wobei Fuehrungen durchs Innere auf Anfrage arrangiert werden koennen. Es ist ratsam, vorher zu erkundigen, ob Gottesdienste oder andere Veranstaltungen geplant sind, da diese den Zugang beeinflussen.
Das Gebaeude zeigt Bauelemente aus mehreren Jahrhunderten, wobei sich unterschiedliche Baustile deutlich in den Mauern widerspiegeln. Diese sichtbaren Spuren verdeutlichen, wie Kirchen sich organisch entwickelten, anstatt auf einmal fertig gestellt zu werden.
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