Mainzer Schloss, Schlossanlage am Stiftsberg, Heilbad Heiligenstadt, Deutschland
Das Mainzer Schloss besteht aus vier Teilen: dem Hauptgebäude, einem Nebenflügel, den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Oberamtshauses und der im 19. Jahrhundert entstandenen ehemaligen Sparkasse. Der Barockbau wurde aus Sandsteinquadern errichtet; die Hauptfassade über dem Portal zeigt zwei Balkone und einen Rundgiebel mit dem Wappen des Kurfürsten Philipp Karl von Eltz-Kempenich.
1540 wurde das Oberamt von Rusteberg nach Heiligenstadt verlegt; die Beamten nutzten zunächst die Stiftskurie, dann das Stiftskorn- und Stiftsbrauhaus. Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg ließ diese Gebäude 1603 abreißen und durch ein Oberamtshaus, Wirtschaftsgebäude und die Laurentiuskapelle ersetzen. 1732 wandelte Philipp Karl von Eltz-Kempenich das Amt in eine Statthalterei um; von 1736 bis 1738 erbaute Johann Christoph Heinemann das heutige Schloss, das den Stadtbrand von 1739 überstand.
Die Laurentiuskapelle wurde mit dem alten Oberamtshaus abgerissen und im Schlossneubau neu ausgestattet; von außen blieb sie zugänglich. Ihr Patrozinium erinnert an die frühere Kapelle auf dem Stiftsberg, wo seit etwa 900 die Verwaltung des Erzbistums saß.
Das Gebäude ist heute Sitz des Landratsamtes des Landkreises Eichsfeld. Seit 2019 läuft eine Generalsanierung, die 2024 abgeschlossen sein soll; der Zugang kann daher durch die Arbeiten und die Verwaltungsnutzung eingeschränkt sein.
Über dem Portal sitzt ein Rundgiebel mit dem Wappen des Statthalters von Eltz, und der Treppenaufgang ist aus Eiche geschnitzt; bereits 1739 überstand das Schloss einen großen Stadtbrand. Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal hielt sich 1777, 1792 und 1796 hier auf.
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