Ludgerusburg, Burg aus dem 17. Jahrhundert in Coesfeld, Deutschland
Die Ludgerusburg war eine ab 1655 vor dem Viehtor Coesfelds begonnene Zitadelle mit quadratischem Grundriss, deren Fläche etwa der damaligen Stadt entsprach. Die vier Bastionen trugen je einen Kavalier; ein breiter wasserführender Graben, vier Ravelins und Demi-lunes im Graben deckten die toten Winkel. Eine niedrigere Fausse-Braie mit rückseitigem Umgang schützte Kurtinen und Flanken. Erhalten sind die Ruine des Torhauses und ein Tonnengewölbe als Kasematte.
1651 lagerten noch hessische Truppen in Coesfeld; Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen erreichte ihren Abzug am 1. Juli 1652. Er baute die Stadt zur Residenz aus und ließ ab 1655 nördlich des Viehtors die Zitadelle Ludgerusburg errichten; am 28. August 1655 begannen 600 Soldaten mit den Arbeiten. Nach dem Tod seines Nachfolgers Maximilian Heinrich 1688 ließ das Domkapitel die Anlage weitgehend schleifen.
Die Anlage ist nach dem Heiligen Ludger benannt, dem ersten Bischof des Bistums Münster, was die religiöse Prägung der Architektur in dieser Region zeigt. Der Name verbindet die Festung mit der kirchlichen Geschichte und erinnert Besucher an die enge Verflechtung von Glaube und weltlicher Macht.
Die Ruine des Torhauses steht am Eingang zum Stadtpark an der Osterwicker Straße; hinter der Stadthalle, zwischen Bädern und Kino, ist eine der drei Tonnengewölbe erhalten, die als Weinkeller dienten. Der am 6. September 2025 eingeweihte Citadellenweg führt mit 14 Infotafeln um das Areal der ehemaligen Zitadelle.
Das St.-Johannes-Ravelin nördlich der Bahnstrecke Coesfeld–Münster ist als Bodendenkmal geschützt, und die Nachbarstraße heißt Am Ravelin. Ein angrenzendes Biotop ist ein Rest des früheren Burggrabens. Die an der Berkel gelegenen Fürstenwiesen können bei Hochwasser geflutet werden, um die Coesfelder Innenstadt zu schützen.
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