Hünenburg, Archäologische Befestigungsanlage in Stadtlohn, Deutschland.
Die Hünenburg ist eine archäologische Befestigung nahe der Stadt Stadtlohn, bestehend aus zwei konzentrischen Wallsystemen, die ein großes Areal umgeben. Das äußere und innere Wallwerk sind deutlich sichtbar und prägen die Landschaftsform im Gelände rund um die Berkel.
Schriftliche Quellen zu Entstehung und ersten Besitzern fehlen. Funde und Grabungen lassen eine karolingische Anlage aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vermuten, passend zu anderen Befestigungen der Sachsenkriege Karls des Großen; möglicherweise sicherte sie den Hellweg bei Santforde. Die Kernanlage wirkt jünger, vielleicht spätkarolingisch oder ottonisch, und wurde mehrfach umgebaut. Zuvor diente das Gelände in Bronze- und Eisenzeit als Urnengräberfeld.
Der Name Hünenburg verweist auf die Riesen des germanischen Volksglaubens; außerdem heißt die Anlage nach dem Sachsenführer Widukind auch Wittekindsburg. Sie liegt im Bockwinkel, einem Waldgebiet nahe der Berkel, rund drei Kilometer nordwestlich des Stadtlohner Zentrums. Eine Metallplakette an einem Findling nahe dem ehemaligen Tor erläutert Besuchern die Wälle.
Die Lücke im inneren Wall liegt im Südosten, wo die Wälle an der Stelle eines ehemaligen Zangentores nach innen eingezogen sind; ein Findling mit Metallplakette markiert die Stelle. Der Außenwall ist im Westen durch einen landwirtschaftlichen Betrieb unterbrochen, daher nähert man sich von Südosten. An der Westseite fließt unterhalb des inneren Walls ein kleiner Bach.
Die Anlage steht auf einem Gelände, das bereits in der Bronze- und Eisenzeit als Urnengräberfeld diente, lange bevor die Wälle aufgeschüttet wurden. Die innere Anlage ist der jüngere Teil, vermutlich spätkarolingisch oder ottonisch, und wurde in die älteren Außenwerke hineingesetzt.
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