Vareler Windmühle, Windmühle in Varel, Deutschland
Die Vareler Windmühle, vor Ort „Grode Möhl“ genannt, ist ein Galerieholländer: ein fünfgeschossiger Unterbau aus 552 m³ Klinkermauerwerk, ein achteckiger Holzaufbau und eine reetgedeckte Kappe. Bis zur Kappenspitze misst sie 29,80 m, mit senkrecht stehendem Flügel 39 m; ein Flügel hat 12 m Radius. Die Galerie in etwa 15 m Höhe dient als Aussichtsplattform, und in der Mühle sind über 2.000 Exponate der Heimatgeschichte ausgestellt.
Gustav Adolf von Bentinck, der letzte Vareler Graf, ließ die Mühle 1847 bis 1848 erbauen; 1854 ging sie an das Großherzogtum Oldenburg über. 1919 erhielt sie eine automatische Windrichtungssteuerung mit einer 4,5 m großen Windrose und verstellbaren Jalousieklappenflügeln statt Handeinstellung und Segeltuch. 1965 endete der Mahlbetrieb; 1972 kaufte die Stadt Varel die Mühle und stellte 1973/1974 die volle Betriebsfähigkeit wieder her.
Das Gebäude beherbergt eine Sammlung von Werkzeugen und Objekten aus der Landwirtschaft und Fischerei der Region, die zeigen, wie Menschen hier früher gearbeitet haben. Die Ausstellung dokumentiert auch den Umgang mit Hochwasser und Deichen, was für diese flache Küstenregion entscheidend war.
Das Besuchserlebnis ist am besten an Wochenenden oder bei speziellen Öffnungsterminen möglich, die man vorab erfragen sollte. Da das Gebäude nicht immer zugänglich ist, lohnt sich eine frühe Kontaktaufnahme mit dem Betreiber zur Planung des Besuchs.
Im Innern befindet sich eine besonders große Mühlenstein mit etwa 2 Metern Durchmesser, der als einer der mächtigsten Steine dieser Art in Deutschland bekannt ist. Dieser massive Stein zeigt eindrucksvoll, welche Kraft und Handwerkskunst nötig war, um solche Getreidemühlen zu bauen und zu betreiben.
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