Grabkirche, Kirchengebäude in Deggendorf, Deutschland.
Die Grabkirche, offiziell Heilig-Grabkirche St. Peter und St. Paul, ist eine dreischiffige Basilika mit einschiffigem Chor am südlichen Ende des Deggendorfer Stadtplatzes. Ihr 70 Meter hoher Turm, erbaut 1722–1727, wird von einer Nachbildung der Gnad-Monstranz bekrönt. Der Turm zeigt ein weißes Zifferblatt, eine offene Bogenlaterne und eine grüne Zwiebelkuppel.
Die Kirche entstand nach der Verbrennung der Deggendorfer Juden 1338, einem Pogrom im Zusammenhang mit Schulden der Bürger; 1361 erhielt sie das Patrozinium des Leibes Christi und der Apostel Petrus und Paulus. Der 70 Meter hohe Turm wurde 1722 nach Plänen von Johann Baptist Gunetzrhainer begonnen, von Johann Michael Fischer fortgeführt und zu Ostern 1728 geweiht. 1994 stürzte das Gewölbe des südlichen Seitenschiffs ein; die 2004 begonnene Sanierung endete im April 2012 mit der Altarweihe.
Der Name Grabkirche meint das Heilige Grab, keine Begräbnisstätte: Die Kirche entstand nach der Verbrennung der Deggendorfer Juden 1338 und wurde Ziel der Wallfahrt Deggendorfer Gnad, die der Regensburger Bischof 1992 beendete. Im Inneren zeigt der Bäckeraltar von etwa 1510 als geschnitzter Flügelaltar die Flucht nach Ägypten, die Beschneidung Christi, die Grablegung und den Zwölfjährigen im Tempel.
Die Kirche steht am südlichen Ende des Deggendorfer Stadtplatzes und ist zu Fuß aus der Fußgängerzone erreichbar. Als Orientierung dient der 70 Meter hohe Turm, der von einer Nachbildung der Gnad-Monstranz bekrönt wird. Das Innere wurde im 19. Jahrhundert regotisiert, und 1994 stürzte das Gewölbe des südlichen Seitenschiffs ein; entsprechend sind die Oberflächen im Inneren saniert.
Im Jahr 1992 trennte sich der Bischof von Regensburg diesen Ort offiziell von einer bekannten Wallfahrtstradition, was die Kirche in eine neue Rolle versetzte. Diese Veränderung markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Ortes und seiner Bedeutung für die Gemeinde.
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