Gutshaus Boldevitz, Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Das Gutshaus Boldevitz ist ein dreigeschossiger, fünfachsiger Putzbau auf annähernd quadratischem Grundriss von um 1600, dessen zwei parallele Satteldächer geschweifte Volutengiebel mit vertikalen Doppelgesimsen tragen. Ab 1783 kamen zwei zweigeschossige, fünfachsige Seitenflügel hinzu; das Allianzwappen über dem hofseitigen Hauptportal im ersten Obergeschoss erinnert daran. Das Haus steht in einem etwa elf Hektar großen Park mit Schwanenteich.
Das Gut gehörte seit dem 13. Jahrhundert der Familie von Rotermund; unter Claus von Rotermund entstand um 1600 der Kern des Herrenhauses, Landrat Philipp von Rotermund ließ es 1635 oder 1655/58 umbauen, angeblich mit Steinen der 1550 aufgehobenen Kirche der Johanniterkommende Maschenholz. 1712 ging es an den schwedischen General Carl Gustav Graf Mellin, 1744 an die Familie von Putbus, 1762 an Adolf Friedrich von Olthof. Die beiden Seitenflügel ließ 1783/1784 Christian Friedrich von der Lancken errichten; das Allianzwappen über dem hofseitigen Hauptportal erinnert daran.
Der Name Boldevitz geht auf die Familie von Rotermund zurück, die das Gut seit dem 13. Jahrhundert besaß. 1762 versammelte Adolf Friedrich von Olthof hier Verwandte und Freunde und holte den jungen Maler Jakob Philipp Hackert, der zwischen 1762 und 1764 sechs großflächige Landschaftstapeten mit Rügener Motiven fertigte. Goethe erwähnte das Gut 1811 in seiner Hackert-Biographie als „Bolwitz“.
In den Seitenflügeln und Nebengebäuden liegen heute Ferienwohnungen, die Kapelle von 1839 steht für Hochzeiten zur Verfügung. Der Park umfasst etwa elf Hektar; das Tellertor im Süden wurde 2011 rekonstruiert, der Zugang von Norden führt durch ein von Löwen gekröntes Tor. Das Gutshaus dient zudem als Filmkulisse, unter dem Namen „Gut Rodewitz“ in der Serie „Hallo Robbie!“.
Die zwei geschweiften Giebel des Haupthauses sind heute die einzigen ihrer Art auf Rügen; das vergleichbare Herrenhaus in Üselitz verfiel in den 1970er Jahren und wurde erst 2018 wiederaufgebaut. Das von Süden in den Park führende Tellertor wurde 2011 rekonstruiert.
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