Gut Panker, Anwesen und Schloss in Panker, Deutschland
Schloss Panker ist ein weißes, zweigeschossiges Herrenhaus mit einem steilen, dunklen Ziegeldach und drei Dachgauben. Die symmetrische Fassade hat Reihen hoher, vielsprossiger Fenster; rechts schließt ein Bauteil mit kleinem Turmhelm an. Das Haus entwickelte sich über Jahrhunderte um einen Kern von etwa 1650.
Die Familie Rantzau besaß Panker vom späten 14. Jahrhundert bis 1739, als Gräfin Hedvig Ulrica Taube es mit Mitteln des Landgrafen Friedrich von Hessen, König von Schweden, erwarb, um ihre Söhne zu versorgen. 1741 wurden diese zu Grafen von Hessenstein erhoben. 1808 ging das Gut an Landgraf Carl von Hessen-Kassel über, seit 1928 gehört es der Hessischen Hausstiftung.
Das zum Gut gehörende Dorf Panker bewahrt seinen Grundriss aus dem 19. Jahrhundert mit ehemaligen Arbeiterhäusern, einem Witwenstift, dem Kutschenhaus und den früheren Ställen. Das Gasthaus Ole Liese ist nach dem Lieblingspferd des Prinzen Friedrich Wilhelm von Hessenstein Anfang des 19. Jahrhunderts benannt; sein Restaurant 1797 trägt einen Michelin-Stern.
Das Herrenhaus selbst ist Privateigentum und nicht öffentlich zugänglich; Besucher erkunden stattdessen das umliegende Gutsdorf. Der barocke Garten wurde im 19. Jahrhundert in einen englischen Landschaftsgarten mit Wasserläufen, Brücken, Teichen und Baumgruppen umgewandelt. Das seit dem 19. Jahrhundert weitgehend unveränderte Dorf beherbergt Gaststätten, Galerien und Kunsthandwerker.
Das Herrenhaus diente 1967 als Kulisse für Schloss Rheinsberg in einer Verfilmung der Novelle "Rheinsberg" von Kurt Tucholsky mit Cornelia Froboess und Christian Wolff. Bis zum Beginn der Renovierung um 1964 hatte es Flüchtlinge aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches beherbergt.
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