St. Aegidius, Katholische Kirche in Rheda-Wiedenbrück, Deutschland
St. Aegidius ist die katholische Pfarrkirche von Wiedenbrück, errichtet aus hellem Stein. Der 56 Meter hohe Turm trägt eine Barockhaube mit Laterne und schlanker Spitze; die unteren Geschosse sind romanisch, das obere gotisch. Die Hallenlanghaus hat drei quadratische Joche in jedem der drei Schiffe, ein kaum vortretendes Querhaus und einen einschiffigen Chor; Rippengewölbe ruhen auf großen Achteckpfeilern. Das Hauptportal liegt an der Südseite zum Markt.
Die Kirche entstand ab etwa 785 als frühmittelalterliches Heiligtum und wurde über sieben Jahrhunderte hinweg erweitert und umgestaltet. Ihre Fertigstellung um 1502 markierte das Ende einer langen Bauphase, die verschiedene architektonische Phasen widerspiegelte.
Die Pfarrei ist dem heiligen Ägidius geweiht, einem Heiligen, der im 8. Jahrhundert in Frankreich lebte. Wiedenbrück gehörte zu den fünf Urpfarreien des Bistums Osnabrück; von hier aus wurden Tochterkirchen in Rheda, Langenberg, Neuenkirchen, Gütersloh, St. Vit und Friedrichsdorf gegründet. Die angegliederte Marienkirche St. Ursula wird im Volksmund „Franziskanerkirche“ genannt.
Die Kirche befindet sich zentral gelegen in der Nähe des Marktplatzes und ist leicht zu Fuß erreichbar. Besucher sollten beachten, dass Besichtigungen außerhalb von Gottesdiensten möglich sind, aber die Öffnungszeiten variieren.
Am äußeren Mauerwerk sind die sogenannten Pestrillen zu finden, Rillen, an denen in Pestzeiten verzweifelte Menschen Staub von den Mauern gekratzt haben sollen, um ihn als Schutz zu verzehren. Die Kirche bewahrt zudem ein mit Zinnplatten beschlagenes Holzkreuz von 1648, das an die Not des Dreißigjährigen Krieges erinnert.
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