Segeberger Kalkberg, Gipshügel in Bad Segeberg, Deutschland
Der Segeberger Kalkberg ist ein 91 Meter hoher Felsen im Zentrum von Bad Segeberg, der oberflächennah aus Gips und im unverwitterten Kern aus Anhydrit besteht, nicht aus Kalkstein. Befestigte Wege führen zur Gipfelplattform mit Blick über das Schleswig-Holsteinische Hügelland, und eine Treppe führt zum Rand des 43 Meter tiefen Brunnenschachts der einstigen Siegesburg.
Kaiser Lothar gründete 1134 die Siegesburg auf dem damals Alberg genannten Berg. Sie war Residenz der Grafschaft Holstein-Segeberg, wo Adolf VII. 1315 im Bett ermordet wurde. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten schwedische Truppen die Burg; der anschließende Gipsabbau vom Gipfel her senkte den Berg auf 91 Meter. Erhalten ist nur die untere Hälfte des Brunnenschachts.
Seit 1952 finden im Kalkbergstadion jedes Jahr die Karl-May-Spiele statt; die Freilichtbühne mit rund 7.800 Sitz- und 12.000 Stehplätzen wurde ab 1934 in den Gipssteinbruch gebaut und 1937 als „Nordmarkfeierstätte“ in Anwesenheit von Joseph Goebbels eröffnet.
Die Wege zum Gipfel sind zu Fuß erreichbar, erfordern aber etwas Kondition für den Aufstieg auf dem hügeligen Gelände. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sollten wissen, dass der steile Untergrund und die Pfade nicht für Rollstühle geeignet sind.
Der Name täuscht: Der Berg besteht aus Gips, nicht aus Kalkstein, und im Kern aus unverwittertem Anhydrit. Der Salzstock darunter speiste einst die Sole des Solbads, dem Bad Segeberg seinen Namen verdankt, nachdem Bohrungen in den 1860er Jahren misslangen und absoffen.
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