St. Martinus, Filialkirche in Wissersheim, Nörvenich, Deutschland.
St. Martinus ist eine dreischiffige neuromanische Hallenkirche aus Backstein mit Querschiff und dreiseitig geschlossenem Chor, erbaut 1894–1896 nach Plänen von Theodor Kremer. Der viergeschossige Westturm geht im zweiten Obergeschoss ins Achteck über und trägt eine schiefergedeckte Pyramidenhaube. Am Schiff sitzen ein rundbogiges Fenster mit Rundfenster und ein kleiner giebelständiger Eingang.
Wissersheim wurde 836 erstmals urkundlich erwähnt; eine romanische Kirche des 12. Jahrhunderts diente der um 1300 bezeugten Pfarrei im Dekanat Bergheim. Dieser Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die heutige Kirche entstand wenige Meter südlich zwischen 1894 und 1896 nach Plänen des Kölner Architekten Theodor Kremer und wurde am 7. Mai 1896 durch Weihbischof Hermann Joseph Schmitz geweiht. Sie ist unter Nummer 72 in die Denkmalliste von Nörvenich eingetragen.
Die Pfarre wurde mit St. Medardus, St. Gertrud, St. Heribert, St. Mariä Heimsuchung und St. Viktor zur Pfarrei St. Josef Nörvenich zusammengelegt, daher ist St. Martinus keine Pfarrkirche mehr. Patron ist der hl. Martin von Tours; im Inneren blieben Stücke der Vorgängerkirche des 12. Jahrhunderts erhalten, darunter eine Kreuzabnahme von 1653 und ein frühgotisches Kruzifix.
Der Ort liegt in der Wissersheim-Umgebung und ist mit gängigen Verkehrswegen erreichbar, was regelmäßige Besuche ermöglicht. Es ist hilfreich, sich vorher über aktuelle Öffnungszeiten zu informieren, da der Raum hauptsächlich für Gemeindezusammenkünfte genutzt wird.
Die 16 Meter hohe Turmspitze wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Volltreffer abgeschossen und im Mai 1945 abgerissen; erst 1982 wurde sie bei einer Gesamtrenovierung wieder aufgesetzt, aus Fichtenholz gezimmert und 3,5 t schwer. So hoch wie das Original konnte sie nicht gebaut werden, weil der Fliegerhorst Nörvenich nur etwa einen Kilometer entfernt liegt und Höhenbeschränkungen vorgibt.
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