Hofkirche, Hofkirche in Neuburg an der Donau, Deutschland
Die Hofkirche Mariä Himmelfahrt ist eine katholische Kirche am Karlsplatz in Neuburg an der Donau, erbaut ab 1607/08 als protestantische Hofkirche nach Plänen von Josef Heintz und Sigmund Doctor, nach dem Vorbild von St. Michael in München. Die gelbe Westfassade und der Turm wurden 1624 von Johann Alberthal und Antonio Serro vollendet; der Turm trägt eine Uhr, eine Glockenstube und eine grüne Kupferkuppel. Im Inneren befinden sich Stuckarbeiten von 1616–1619 von Gian Antonio und Pietro Castelli sowie eine Offner-Orgel von 1968 mit 38 Registern und über 2.500 Pfeifen.
An dieser Stelle stand bereits vor über 1000 Jahren die Pfalzkapelle St. Maria; unter Herzog Heinrich IV. folgte ein Benediktinerinnenkloster, und nach der Reformation stürzte der Kirchturm 1585 ein. Die heutige Kirche wurde ab 1607/08 nach Plänen des Hofmalers Josef Heintz und des Hofbaumeisters Sigmund Doctor erbaut, mit der Jesuitenkirche St. Michael in München als Vorbild. Fürst Wolfgang Wilhelm wandelte sie 1613 in eine katholische Jesuitenkirche um, und Johann Alberthal und Antonio Serro vollendeten 1624 Westfassade und Turm.
Die Kirche ist Maria Himmelfahrt geweiht, doch ihre Ausstattung folgt dem gegenreformatorischen Programm nach 1613: Das Hochaltarbild war Rubens' Großes Jüngstes Gericht, 1617 vollendet und heute in der Alten Pinakothek in München. Die Nebenaltäre, ebenfalls von Rubens, kamen 1703 nach Düsseldorf und befinden sich heute in der Staatsgalerie im Neuburger Schloss. Die Stuckierung von 1616 bis 1619 stammt von Gian Antonio und Pietro Castelli aus Melide.
Die Hofkirche steht am Karlsplatz, ihre Westfassade und der Turm sind dem Platz zugewandt; ein Verbindungsgang führt zum Schloss. Der Zugang liegt auf der Platzseite, Langhaus und Nebenaltäre ordnen sich um den Hochaltar. Die 1968 von Maximilian Offner gebaute Orgel hat 38 Register auf drei Manualen und Pedal sowie über 2500 Pfeifen und wurde 2023 überarbeitet.
Zwei Krypten befinden sich unter der Kirche: eine kleinere mit sieben Mitgliedern der Wittelsbach-Familie und eine größere mit den sterblichen Überresten von etwa 50 Jesuiten-Vätern. Diese verborgenen Räume erzählen von der Bedeutung des Ortes für zwei verschiedene Gemeinschaften.
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