Hohenhaus, Kulturdenkmal in Radebeul, Deutschland
Das Hohenhaus ist ein ehemaliger Weinbergsbesitz, dessen zweigeschossiges Herrenhaus mit Renaissancekern am Südhang über Kellern steht, sodass die Gartenseite drei Geschosse zeigt. Es trägt ein hohes Walmdach mit Giebelgauben, eine dreiachsig verglaste Veranda mit doppelter Freitreppe und an der Westseite einen runden Treppenhausturm mit Haube. Der 12 Hektar große Park steigt etwa 80 Meter an den Barkenbergen an.
Der Hang wurde im 14. Jahrhundert als Weinberg erwähnt und gehörte 1373 Bischof Konrad II. von Meißen; auf dem Anwesen stand bereits eine Weinpresse. Im 15. Jahrhundert richteten die Meißner Bischöfe auf dem Bischofsberg ihre Sommerresidenz ein. 1584 erwarb der Naundorfer Bauer Simon Clauß den Berg und die später nach ihm benannte Bischofspresse.
Das Anwesen hieß bis um 1830 Bischoffsberg, dann Hohenhaus. Gerhart Hauptmann, der sich in den 1880er Jahren häufig in dem von ihm so genannten „Nest der Paradiesvögel“ aufhielt, heiratete eine Tochter des damaligen Hausherrn Thienemann, ebenso seine Brüder Carl und Georg; seine Frühwerke Liebesfrühling und Der Hochzeitszug wurden dort uraufgeführt.
Das Gelände ist auf steilen Hängen angelegt, was gutes Schuhwerk und physische Fitness beim Erkunden erforderlich macht. Die beste Zeit zum Besuchen ist im Frühjahr oder Herbst, wenn das Gelände gut zu Fuß erreichbar ist.
Im Park wächst an der geschützten Ostseite des Herrenhauses ein seltener Osagedorn (Maclura pomifera), eine nordamerikanische Art. Im Herbst trägt er große, runde, gelbgrüne Früchte mit genarbter Oberfläche. Direkt vor der Südfront steht ein Japanischer Schnurbaum, der erst im August blüht.
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