Kolonie Neuaubing, Eisenbahnersiedlung in Neuaubing, München, Deutschland.
Kolonie Neuaubing ist eine Wohnsiedlung im Münchner Stadtteil Neuaubing, die aus neun dreistöckigen Ziegelbäuden mit Walmdächern entlang der Papinstraße besteht. Die Gebäude zeigen eine klare Unterscheidung zwischen den Wohnungen für einfache Arbeiter und denen für höhere Bahnbeamte.
Die Siedlung entstand zwischen 1905 und 1906 als Wohnkomplex der Königlich-Bayerischen Staatsbahn in der Nähe ihrer fünften Werkstatt für Eisenbahnwagen. Sie war Teil einer größeren Strategie, um Arbeitskräfte für die wachsende Eisenbahnindustrie in Bayern anzuziehen und zu halten.
Die Kolonie war ein Ort, wo Eisenbahnarbeiter und ihre Familien zusammenleben konnten und kleine Gemüsegärten pflegten. Diese Gärten halfen den Bewohnern, ihre eigene Nahrung anzubauen und schafften ein Gefühl von Zusammenhalt zwischen den Nachbarn.
Die Kolonie liegt unmittelbar südlich der S-Bahn-Station Neuaubing und ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Häuser zeigen noch heute ihre ursprünglichen architektonischen Merkmale und können von außen besichtigt werden, da sie noch als Wohnungen genutzt werden.
Die Gebäude zeigen eine materielle Darstellung der sozialen Hierarchie: Während Beamtenwohnungen an der Papinstraße 49-51 Badezimmer hatten, verfügten Arbeiterwohnungen nicht über diese Einrichtungen. Diese Unterscheidung spiegelt die starren Klassenstrukturen der Eisenbahnindustrie in der frühen Industriezeit wider.
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