Tucherschloss, Renaissanceschloss-Museum in St. Sebald, Nürnberg, Deutschland
Das Tucherschloss ist ein dreigeschossiger Bau aus Sandsteinquadern in der Hirschelgasse 9/11 im Nürnberger Stadtteil St. Sebald, errichtet 1533 bis 1544 nach einem wohl von Paulus Beheim stammenden Plan in Anlehnung an französische Renaissanceschlösser. Die Front zur Gasse ist geschlossen; im ersten Geschoss liegt ein kleiner Chor mit Sandsteinbrüstung, an der ein Relief des Sündenfalls angebracht ist. Der Eingang von der Hofseite zeigt zwei Bögen mit einer toskanischen Säule in der Mitte, im Erdgeschoss eine Halle mit spätgotischem Netzrippengewölbe.
Lorenz (II.) Tucher ließ das Schloss zwischen 1533 und 1544 errichten, wahrscheinlich nach einem Plan von Paulus Beheim, der französische Renaissanceschlösser zum Vorbild nahm. 1945 wurde die Anlage stark zerstört; erhalten blieben die westliche Hoffassade bis zum zweiten Obergeschoss, große Teile des Treppenturms, die Straßenfassade mit dem Sandsteinchörlein und die Erdgeschossgewölbe. Nach dem Wiederaufbau 1967–69 übergab die Familie das Gebäude der Stadt Nürnberg.
Das Museum bewahrt die Sammlungen der Familie Tucher, die der Familienstiftung oder einzelnen Familienzweigen gehören. Zu sehen sind Porträts, Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Nürnbergs Goldener Zeit um 1500, barocke Interieurs und ein dem 19. Jahrhundert gewidmeter Raum sowie das in Limoges emaillierte Tucher'sche Gießgeschirr und ein silberner Doppelpokal von Wenzel Jamnitzer.
Der Museumseingang liegt in der Hirschelgasse 9/11 im Nürnberger Stadtteil St. Sebald, der Hirsvogelsaal steht im Garten hinter dem Hauptbau. Die Erdgeschosshalle mit dem spätgotischen Netzrippengewölbe und das Sandsteinchörlein an der Straßenfassade überstanden 1945 und gehören zum Rundgang. In den 1967–69 wiedererrichteten Nebengebäuden sitzt die Verwaltung der Museen der Stadt Nürnberg.
Der im Garten gelegene Hirsvogelsaal wurde nach seiner Kriegszerstörung bis zum Jahr 2000 wieder errichtet; sein Deckengemälde mit dem Sturz des Phaeton malte der Dürer-Schüler Georg Pencz auf 20 einzelne Leinwände. Die Innenausstattung stammt von Peter Flötner, der damit für Nürnberg damals ungewöhnliche italienische Renaissanceelemente einbrachte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.398 Mitwirkenden weltweit.