Venusgrotte, Künstliche Höhle in Linderhof, Deutschland
Die Venusgrotte ist eine künstliche Höhle, die von 1875 bis 1877 im Park von Schloss Linderhof errichtet wurde. Ihr Eisengerüst ist mit imprägnierter Leinwand bespannt, die mit Zement bespritzt wurde und künstliche Tropfsteine bildet. Im Inneren umgeben zwei Nebengrotten und eine Hauptgrotte einen See, mit gemalten Szenen aus Wagners Tannhäuser und einem muschelförmigen Kahn, der für König Ludwig II. angefertigt wurde.
Die Grotte wurde von 1876 bis 1877 unter König Ludwig II. von Bayern erbaut und stellt die erste Szene von Wagners Oper Tannhäuser dar. Die technischen Innovationen waren damals hochmodern und zeigten die technische Kunstfertigkeit des 19. Jahrhunderts.
Die Grotte inszeniert Wagners Tannhäuser: August von Heckels Gemälde „Tannhäuser bei Frau Venus“ füllt den Hintergrund der Hauptgrotte, die Wände tragen mit Wachs überzogene Landschaftsszenen aus der Oper. Franz von Seitz entwarf den muschelförmigen Kahn und einen Muschelthron mit Korallen, Korallensessel und Korallenleuchter – Motive der Venus.
Die Grotte verbirgt sich hinter hohen Bäumen am Rand des Linderhofparks, erreichbar über verschlungene Wege und einen trichterförmigen Felseneinschnitt mit doppelflügeliger Tür. Der Weg fällt leicht ab, ein Knick verbirgt den Blick zurück. Drinnen ist die Luft kühl und feucht; sieben Öfen heizten den Raum einst Tage im Voraus.
Der Kristallthron auf dem Loreleyfelsen besitzt Glasprismen, die seit 1877 von unten mit Glühbirnen beleuchtet werden und Regenbogenfarben an die Wände werfen; die Halterung der Batterien ist erhalten. Das Patent für Glühbirnen wurde erst 1880 erteilt.
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