Synagoge Schlüchtern, ehemalige Synagoge von Schlüchtern, Hessen
Die Synagoge Schlüchtern ist ein Kulturdenkmal, das 1898 in neoromantischem Stil mit roten Steinen, gerundeten Fenstern und unterschiedlich gestalteten Türmen erbaut wurde. Das Gebäude hat eine solide, respektvolle Ausstrahlung mit hohen Fenstern und zeigt die handwerkliche Qualität des späten 19. Jahrhunderts.
Die Synagoge wurde 1898 als Nachfolgebau einer 1670 errichteten hölzernen Synagoge eröffnet, da die ursprüngliche zu klein geworden war. Nach ihrer Zerstörung während der Pogromnacht 1938 diente das Gebäude später als Fabrik, Bibliothek und Kulturzentrum, bevor es ab 2019 unter Schutz stand und Restaurierungsbemühungen begannen.
Die Synagoge war das Zentrum des religiösen Lebens der jüdischen Gemeinde in Schlüchtern und bot Platz für etwa 300 Besucher, wobei Frauen auf einer Empore oben saßen und Männer unten. Die Gemeinde nutzte das Gebäude regelmäßig für Gebete, Feste und Versammlungen und bewahrte strenge religiöse Traditionen, die über Generationen weitergegeben wurden.
Das Gebäude liegt an der Grabenstraße 10 in Schlüchtern und ist ein ruhiger Ort, der man leicht zu Fuß erreicht. Besucher sollten bedenken, dass das Gebäude sich noch in Restaurierungsarbeiten befindet und Öffnungszeiten variabel sind, daher ist es sinnvoll, im Voraus Informationen über aktuelle Besuchsmöglichkeiten einzuholen.
Das Eingangstor der Synagoge trägt eine silberne Mesusa mit aufwendigen Verzierungen, die von jüdischen Überlebenden aus Schlüchtern gestiftet wurde und das Bündnis zwischen Gott und dem Volk symbolisiert. Dieses besondere Stück verbindet die religiöse Vergangenheit des Ortes mit der modernen Erinnerung an die Überlebenden der Gemeinde.
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