Teufelshöhle, Schauhöhle in Steinau an der Strasse, Deutschland
Die Teufelshöhle ist eine Tropfstein-Schauhöhle am Hang des Kieskopf, etwa drei Kilometer nördlich von Steinau an der Straße. Der Rundweg führt 174 Meter durch einen 1905 bis 1908 gegrabenen Zugangsstollen in drei größere Räume; der Große Dom wurde von 300 Kubikmetern Schutt und Knochen befreit. In der Kapelle, einem beim Graben entdeckten natürlichen Hohlraum, zeigt das Gestein waagerechte Rippen und Falten, unten dunkelgraubraun, oben grünlichgrau mit glitzernden Sprenkeln.
Die Höhle wurde 1584 bekannt, als ein Hirte über einen Vorfall mit seiner Kuh berichtete, die in eine Öffnung fiel. Diese frühe Dokumentation markierte die erste bekannte Erwähnung des Ortes in schriftlichen Aufzeichnungen.
Der Name Teufelsloch entstand nach 1584, als der Kuhhirte Jox Mellmann und seine Nachbarn den Teufel für eine in den Schacht gestürzte Kuh verantwortlich machten. Die Bewohner warfen Steine und verendete Tiere hinein, um ihn zu vertreiben; die Bauern mieden die Wiese. Der Graf von Hanau, der im Steinauer Schloss residierte, nutzte das Loch zeitweise als Hundefriedhof.
Die Schauhöhle wird über einen 54 Meter langen Stollen betreten, der zwischen 1905 und 1908 gegraben wurde und direkt in den Großen Dom führt, wo eine Plattform auf gleicher Höhe wie der Eingangsstollen angelegt wurde. Der Rundweg durch die drei Räume ist 174 Meter lang; die unterirdischen Passagen sind uneben, festes Schuhwerk ist daher sinnvoll. Die Höhle liegt etwa drei Kilometer nördlich von Steinau an der Straße am Hang des Kieskopfes.
1911 wurde ein im Schutt gefundener Schädel als fossiler Mensch gemeldet; Professor Otto zur Strassen fand Rostspuren von Nägeln, mit denen der Unterkiefer befestigt war, und erkannte einen Schimpansenschädel. Ein Apotheker aus Steinau hatte ihn chemisch präpariert und versteckt, um dem Grabungsleiter Lüders einen Streich zu spielen.
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