Neues Schloss, Historisches Schloss und Museum in Tettnang, Deutschland.
Das Neue Schloss Tettnang ist eine dreigeschossige Vierflügelanlage mit von der Renaissance beeinflusstem Äußeren und barocker Innenausstattung. Mächtige Pilaster gliedern die Fassade, diagonal gestellte Ecktürme mit Treppenhäusern flankieren die vier Bauteile. In den stuckverzierten Räumen und Kabinetten des ersten Obergeschosses stehen Möbel oberschwäbischer und französischer Kunstschreiner.
Das Schloss war ab 1260 der Sitz der Grafen von Montfort und erlebte 1753 einen verheerenden Brand. Die anschließende Wiederherstellung unter Graf Franz Xaver dauerte bis 1770 und veränderte die Bauweise erheblich.
Die Ausstattung des ersten Obergeschosses entstand nach 1753 durch Kunsthandwerker aus der Bodenseeregion, darunter die Stuckateure Feuchtmayr, Dirr, Moosbrugger und Gigl, die Freskanten Kuen und Brugger sowie Johann Joseph Kauffmann mit seiner Tochter Angelika. Der Rittersaal im ersten Obergeschoss kann für Konzerte und Veranstaltungen gemietet werden, und im Schlossgarten findet das Schlossgarten Open Air statt.
Das Museum ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich, die stündlich beginnen; während der Führungen ist das Fotografieren untersagt. Geöffnet ist es sechs Tage pro Woche, mittwochs geschlossen, von Ostern bis 31. Oktober. Räume im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss nutzt das Amtsgericht Tettnang, daher beschränkt sich der Besuch auf die fürstlichen Räume im ersten Obergeschoss.
Das Schloss steht auf dem Platz einer ab 1246 nachweisbaren Burg, die 1633 im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde; ihre Trümmer wurden für den Neubau abgeräumt. 2012 diente das Gebäude als Drehort für die Fernsehfilm-Satire Der Minister über die Plagiatsaffäre des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.
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