Schloss Liebenau, Renaissanceschloss in Meckenbeuren, Deutschland
Schloss Liebenau ist ein Renaissance-Schloss in Meckenbeuren mit einem dreigeschossigen Wohnturm als Hauptstruktur und Flügelbauten auf beiden Seiten. Ein runder Turm prägt die nördliche Seite des Gebäudes und trägt zu seiner charakteristischen Silhouette bei.
Die heutige Anlage steht auf der Ruine einer im 13. Jahrhundert von Albrecht von Summerau-Liebenau erbauten Turmhügelburg; deren quadratischer Wohnturm war etwa 8,5 Meter lang und 14 Meter hoch. 1581 schenkten die Grafen von Montfort die verfallene Burg dem Augsburger Juristen Mathes Layman, der sogleich ein Renaissanceschloss um den alten Turm errichten ließ. 1624 wurde an der Ostseite des Hofes ein Kapellflügel angebaut, wobei der Nordost-Eckturm als Kirchturm in die Kapelle einbezogen wurde.
Der Kapellflügel wurde 1624 an die Ostseite des Hofes angebaut; der Turm in der Nordostecke wurde als Kirchturm in die Kapelle einbezogen. Ab 1870 diente das Schloss als Heil- und Pflegeanstalt, sodass geistliche Nutzung und Pflege nebeneinanderstanden.
Das Schloss ist bis heute Eigentum der Stiftung Liebenau, der 1870 vor Ort gegründeten Sozialstiftung. Der Hof wurde 1905 überbaut, der Westanbau 1978/79 abgebrochen und durch einen Treppenhausanbau ersetzt; der heutige Grundriss weicht daher vom ursprünglichen Vierflügelplan ab. Die Anlage wird institutionell genutzt; Besucher müssen mit beschränktem Zugang zu einzelnen Bereichen rechnen.
1940 wurde im Schloss und vier benachbarten Gebäuden das Internierungslager Ilag V Liebenau eingerichtet. Um Platz für die Internierten zu schaffen, wurden 510 Patienten der Heil- und Pflegeanstalt mit Bussen zur Tötungsanstalt Grafeneck transportiert und dort ermordet. Die ersten Internierten waren 300 britische Staatsangehörige aus Polen; ab 1941 kamen weitere Briten aus Belgien, Griechenland und den Niederlanden.
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