Königin-Luise-Haus, Ehemaliges alkoholfreies Restaurant in Stötteritz, Leipzig, Deutschland
Das Königin-Luise-Haus ist ein heller Putzbau mit rotem Ziegeldach und einem runden Mittelgiebel mit kleinem ovalem Fenster. Über drei Rundbogenfenstern und einer doppelflügeligen Tür mit Ziergitter, die über eine geteilte Treppe mit schwarzen Metallgeländern erreichbar ist, steht der Name in dunkler Schrift. Grüne Fensterläden und zwei Dachgauben prägen die symmetrische Fassade.
Die beiden Dresdner Architekten William Lossow und Max Hans Kühne entwarfen das Gebäude, das im September 1913 nahe dem Völkerschlachtdenkmal eröffnet wurde. Nach dem Krieg wandelte sich das Haus von einem Gast- und Versammlungsort zu einer medizinischen Einrichtung für die Nachbarschaft um.
Das Haus ist nach Königin Luise von Preußen benannt, die als volkstümlichste deutsche Fürstin der Napoleonzeit galt. Betrieben wurde es vom Deutschen Bund abstinenter Frauen, dessen Leipziger Ortsverband es 1913 eröffnete; erste und langjährige Leiterin war Gertraud Brinkmann. Name und alkoholfreies Speisenangebot machten das Gebäude zu einem sichtbaren Zeichen der Abstinenzbewegung.
Das Gebäude liegt an der Prager Straße 191 und ist heute in Wohnungen und ein Therapiezentrum unterteilt, weshalb Besuche nur von außen möglich sind. Die Umgebung ist über öffentliche Verkehrsmittel erreichbar und liegt nicht weit vom Südfriedhof entfernt.
Das Haus war einst ein alkoholfreies Restaurant, eine ungewöhnliche Einrichtung, die auf die progressive Sozialarbeit der damaligen Zeit zurückging. Diese Ausrichtung war Teil einer größeren deutschen Bewegung gegen den Alkoholkonsum in städtischen Gemeinschaften.
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