Deutsches Buchgewerbehaus, Verlagshandelsgebäude in Leipzig, Deutschland
Das Deutsche Buchgewerbehaus ist ein rot verklinkertes Neorenaissancegebäude im Leipziger Graphischen Viertel, das der schwedische Architekt Emil Hagberg 1898 bis 1901 als Pendant zum Deutschen Buchhändlerhaus errichtete. Zentrum war die zwölf Meter hohe Gutenberghalle von Bruno Eelbo mit dem drei Meter hohen Standbild Johannes Gutenbergs von Adolf Lehnert. Der mit Gutenberg-Porträt und Wappenschilden verzierte Erker und der gestaffelte Giebel wurden 2015 bis 2017 rekonstruiert; heute dient das Haus als Wohngebäude.
Der 1884 gegründete Deutsche Buchgewerbeverein, Dachorganisation der graphischen Industrie, nutzte zunächst Räume im benachbarten Deutschen Buchhändlerhaus. Der schwedische Architekt Emil Hagberg errichtete 1898 bis 1901 das eigene Neorenaissancegebäude. 1938 fügte Curt Schiemichen längs des Gerichtswegs einen nördlichen Erweiterungsbau für die für 1940 geplante Gutenberg-Ausstellung hinzu; nach dem Luftangriff vom 4. Dezember 1943 wurde das Haus nur notdürftig wieder aufgebaut und 2015 bis 2017 umfassend rekonstruiert.
Der Name des Hauses geht auf den 1884 gegründeten Deutschen Buchgewerbeverein zurück, die Dachorganisation der graphischen Industrie. Zentrum war die zwölf Meter hohe Gutenberghalle von Bruno Eelbo mit dem drei Meter großen Standbild Johannes Gutenbergs von Adolf Lehnert, flankiert von Büsten Alois Senefelders und Friedrich Koenigs; Sascha Schneider malte die Fresken. Im Keller des Anbaus von 1938 lag der Gutenbergkeller, in dem ab 1965 regelmäßig Jazzkonzerte stattfanden, bis er 1991 geschlossen wurde.
Das Gebäude steht zwischen Gutenbergplatz und Gerichtsweg im Leipziger Graphischen Viertel, hinter dem Deutschen Buchhändlerhaus; der frühere Haupteingang an der Nordfassade lag an der aufgelassenen Dolzstraße. Heute dient es als Wohnhaus, daher sind die rote Ziegelfassade, der verzierte Erker mit Gutenberg-Porträt und der gestaffelte Neorenaissancegiebel von der Straße aus zu sehen.
Die zwölf Meter hohe Gutenberghalle von Bruno Eelbo ging beim Wiederaufbau nach dem Krieg verloren; nur der fensterlose Erker, in dem Adolf Lehnerts drei Meter große Gutenberg-Figur stand, ist an der Außenwand ablesbar. Die Rekonstruktion 2015 bis 2017 restaurierte etwa tausend laufende Meter Sandstein-Verzierungen und 150 Reliefs mit Allegorien wie der Nutzung des Papyrus.
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