Kemenate Ziegenrück, Kemenate in Ziegenrück, Deutschland
Die Kemenate Ziegenrück ist der Wohnturm der ehemaligen Burg Ziegenrück auf einem Felssporn über der Saale. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert misst 17 mal 13 Meter bei 20 Metern Höhe, mit 1,6 bis 1,8 Meter dicken Mauern, einem Keller und vier Geschossen. Unregelmäßig verteilte Fenster stehen gleichmäßigen Schießscharten unter dem Dach gegenüber.
Die Burg gehörte zum Reichsgutkomplex Saalfeld und wurde 1222 erstmals genannt; sie sicherte den Saaleübergang der Nord-Süd-Straße. Anfang des 14. Jahrhunderts ging sie von den Grafen von Orlamünde an den Landgrafen von Thüringen, 1448 verpfändete Herzog Wilhelm von Sachsen Stadt und Schloss für 2000 Gulden an Veit von Obernitz. 1485 kam sie an die ernestinische Linie der Wettiner und wurde Amtssitz; nach mehreren Bränden wurde sie im 18. und 19. Jahrhundert teilweise abgebrochen und umgebaut.
Die Kemenate gehört zu den Breitwohntürmen der oberen Saale-Elster-Linie, mit Geschwistern in Reinstädt und Orlamünde. Die ungleichmäßig verteilten Fenster und die gleichmäßige Reihe von Schießscharten unter dem Dach zeigen die Anlage eines befestigten Wohnsitzes. Lange Zeit diente das Gebäude als Jugendherberge.
Die Kemenate steht auf einem Felssporn nördlich über Ziegenrück zwischen Dreba- und Sornitztal. Zwei der ursprünglichen Verteidigungsgräben sind im Gelände noch sichtbar. Das Gebäude ist keine Ruine, sondern ein gedeckter Wohnturm aus dem 15. Jahrhundert, der lange als Jugendherberge diente; die künftige Nutzung ist offen.
Die Kemenate zählt zu den seltenen Thüringer Breitwohntürmen, neben denen in Reinstädt und Orlamünde. Vier Geschosse erreichen 20 Meter Höhe, die Mauern sind 1,6 bis 1,8 Meter dick, unter dem Dach sitzen gleichmäßige Schießscharten. Der runde Bergfried mit 10 Metern Durchmesser wurde 1775 abgebrochen; die Umrisse seiner Grundmauern sind im Boden noch zu erkennen.
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