Lutherkirche Zwickau, Lutherische Kirche in Bahnhofsvorstadt, Zwickau, Deutschland
Die Lutherkirche ist ein Kirchengebäude in Zwickau mit einer Sandsteinfassade über Ziegelbauwerk und asymmetrischer Grundrissform. Ein achteckiger Glockenturm ragt etwa 65 Meter in die Höhe und prägt das Stadtbild.
1893 beschlossen die Kirchgemeinden der Marienkirche und der Katharinenkirche, wegen des durch den Steinkohlenbergbau verursachten Bevölkerungswachstums eine dritte Kirchgemeinde zu bilden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. August 1902, das Richtfest am 7. November 1903, die Kirchenweihe am 29. Januar 1906. Die Gesamtbaukosten betrugen 600.000 Mark und wurden durch Spenden und Kirchgemeindegelder finanziert.
Das Hauptportal trägt überlebensgroße Statuen des Apostels Paulus und Martin Luthers mit einer Bibel in der Hand, geschaffen vom Dresdner Bildhauer Martin Engelke. Dazwischen zeigt ein Relief des Zwickauer Steinmetzen Gustav Walther Luther, wie er 1522 vom Zwickauer Rathaus predigt, darunter die Inschrift „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“
Die Kirche befindet sich an der Kreuzung von Brunnenstraße und Spiegelstraße und ist leicht zugänglich. Das Innere kann ohne tragende Säulen im Hauptschiff etwa 1000 Personen aufnehmen, was eine offene Raumgestaltung ermöglicht.
Die Orgel über dem Hauptportal wurde 1906 von der Dresdner Werkstatt Jehmlich mit pneumatischer Traktur und über 3700 Pfeifen in 52 Registern auf drei Manualen und Pedal gebaut. Sie gilt als eine der größten romantischen Orgeln der Region. Die drei Gussstahlglocken, 1904 vom Bochumer Verein gegossen, wurden am 29. Januar 1906 gemeinsam mit der Kirche geweiht und tragen Inschriften aus Kirchenliedern Martin Luthers.
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