Reichssiedlung Rudolf Heß, Architektonisches Ensemble in Pullach, Deutschland
Die Reichssiedlung Rudolf Heß ist ein Wohnkomplex in Pullach mit einheitlich gestalteten Häusern mit steilen Walmdächern, die um einen zentralen rechteckigen Platz angeordnet sind. Die gesamte Anlage umfasst etwa 70 Hektar und zeigt eine sorgfältig geplante Siedlungsstruktur mit charakteristischen architektonischen Details aus dieser Zeit.
Die Siedlung wurde zwischen 1936 und 1938 nach Entwürfen des Architekten Roderich Fick als Wohnquartier für hochrangige Beamte errichtet. Das Gelände blieb während des Zweiten Weltkriegs unzerstört und diente später bis 2015 als Hauptsitz des Bundesnachrichtendienstes.
Die Gebäude zeigen typische Merkmale der nationalsozialistischen Bauweise mit strengen Fassadeneinteilungen und eingelassenen Gitterfenstern. Man sieht diese Architekturelemente noch heute bei einem Spaziergang durch die Siedlung und kann die damalige Gestaltungsabsicht deutlich nachvollziehen.
Der Komplex liegt in einem Wohngebiet und lässt sich am besten zu Fuß erkunden, da man so die Details der einzelnen Häuser und die Gesamtanlage am besten sehen kann. Die offenen Wege und Plätze ermöglichen einen freien Zugang für Besucher, die sich für die Architektur interessieren.
Das zentrale Stabsleitergebäude war einst das Zuhause von Martin Bormann und enthielt neben Wohnräumen auch mehrere Versammlungszimmer sowie einen Musikraum und eine Bibliothek. Dieses Gebäude unterschied sich damit erheblich von den standardisierten Wohnhäusern ringsum und war architektonisch aufwendiger gestaltet.
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