Haus Kolk, Wasserburg in Uedem, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Haus Kolk ist eine Wasserburg in Nordrhein-Westfalen, deren Kernbauten von einem breiten Wassergraben umgeben sind. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden, die um einen zentralen Innenhof angeordnet sind und die typische Struktur einer mittelalterlichen Befestigung zeigen.
Haus Kolk wird 1319 als Nyenhuyss erstmals urkundlich erwähnt, als Diderich de Collich im Urbar der Grafen von Kleve erscheint. 1484 kam der Besitz als Mitgift an die Familie von Egeren, 1531 brachte Ida von Egeren ihn in ihre Ehe mit Stephan VI. von Hertefeld ein, der ihn als spätgotisches Burghaus mit Drachenfels-Trachyt und doppeltem Grabensystem neu gestaltete. Nach 1609 plünderten spanische Truppen die Anlage; 1648 errichtete Jobst Gerhard von Hertefeld das heutige Herrenhaus im holländischen Barock-Klassizismus.
Der Name Kolk stammt von der Familie von Kolk, einer jüngeren Linie der von Holthausen aus Uedem, die sich nach dem Erwerb des Besitzes so nannte. Die Familie von Hertefeld, die Haus Kolk 1531 erbte, besitzt es noch heute, mehr als 650 Jahre nach seiner Gründung. Das doppelte Grabensystem und das Herrenhaus von 1648 im Stil des niederländischen Barock-Klassizismus spiegeln den Status der Familie und ihre Verbindungen zum niederländischen Freiheitskampf wider.
Das Areal kann von außen besichtigt werden, wobei man die Gebäude und den Wassergraben am besten von den Wegen rund um die Anlage fotografiert. Der Zugang ist ganzjährig möglich, aber Informationen über Öffnungszeiten und mögliche Besichtigungen im Inneren sollten vorher geklärt werden.
In den südlichen und östlichen Wassergräben zeugen Brand- und Schuttschichten sowie Mauerversturz von der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg – Spuren, die bei Ausgrabungen im Graben sichtbar wurden.
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