St. Nikolai, Pfarrkirche in Moorfleet, Hamburg, Deutschland
St. Nikolai ist eine evangelisch-lutherische Saalkirche in Hamburg-Moorfleet, errichtet in Fachwerkbauweise mit einem Turm aus rotem Backstein. Der Turm trägt ein Zifferblatt, ein Rundfenster und einen schlanken, grün kupfergedeckten Helm; das danebenliegende Schiff hat ein rotes Ziegeldach und eine Reihe hoher Fenster. Im Inneren reicht ein Altar aus Weiß, Gold und dunklem Holz mit gedrehten Säulen und einem Kreuzigungsbild fast bis zur Decke.
Eine Kirche namens St. Nikolai in Murenflet ist bereits 1331 belegt, als sie in einer Glockenurkunde für die Marschlande genannt wird. Sturmschäden von 1648 führten zum Neubau: Das heutige Kirchenschiff wurde 1680 unter Lorenz Dohmsen um das alte herum errichtet und am 10. Dezember 1680 geweiht. 1885 ersetzte der 50 m hohe neugotische Turm den hölzernen Vorgänger.
Die Kirche bewahrt ihre Kanzel von 1622 aus der Werkstatt Hein Baxmanns, die zweimal ihren Standort wechselte und dabei jeweils umgebaut wurde; drei ihrer vier Relieffelder sind Originale. Das Juratengestühl von 1625 neben dem Altar zeigt links Apostelfiguren, rechts Figuren aus dem Alten Testament. Eine um 1470 in Nürnberg gefertigte Messingtaufschale gelangte im Dreißigjährigen Krieg nach Dänemark und kehrte später nach Moorfleet zurück.
St. Nikolai steht am südlichen Rand Moorfleets am Moorfleeter Kirchenweg und ist die westlichste Kirche der Marschlande. Ihr 50 Meter hoher Turm ist von der A 1 beim Autobahndreieck Hamburg-Südost aus zu sehen und dient als Orientierungspunkt. Das Kirchenschiff betritt man von der Straßenseite; die 1769 als Beichtstuhl gebaute Sakristei liegt rechts neben dem Altar.
Die messingene Taufschale entstand um 1470 in Nürnberg und verschwand im Dreißigjährigen Krieg nach Dänemark, bevor sie nach Moorfleet zurückkehrte. Außerdem hängen in der Kirche drei große Messingkronleuchter; die beiden älteren stammen von 1653 und 1664, der jüngste ist eine Nachbildung aus dem 20. Jahrhundert.
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